Guitar Special Vol.49 mit Ally Storch (Subway to Sally, Ally the Fiddle)

Bildnachweis: Pressefotos/ Facebook Pics

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen, Bassisten oder wie in dieser Folge Violinisten.  Welches sind ihre Lieblingsinstrumente und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Ally Storch (Subway to Sally, Ally the Fiddle) und ihrer sechssaitigen E-Geige von Fidelius.

Seit ein paar Jahren habe ich mich besonders auf das Feld der E-Geigen gestürzt. Nicht, dass meine schöne akustische Begleiterin der letzten Jahrzehnte nicht bereits eine treue Weggefährtin gewesen wäre mit ihrem charakteristischen und zurückhaltenden Klang. Aber mich begeistern zum einen die experimentellen Töne der Geiger des Jazzrock sowie die harte Gangart der Rock- und Metalgeiger. Vor allem aber wollte ich die Songs von Jerry Goodman lernen und seine Songs spielen, dessen Ton und Material ich umwerfend finde und der auf einer fünfsaitigen Geige spielt (klassisch wären es vier Saiten). Ein Freund baute mir daraufhin eine Fünfsaiter. Wunderschön anzusehen und klanglich traumhaft. Aber leider recht schwer zu spielen, denn dieser Freund kommt aus dem Gitarrenbau. Dann traf ich 2015 auf Tour auf den Geigenbauer Ulrich Schwabe und seine Marke „Fidelius“ (http://fidelius.info), selbst ein Jazzrock-Liebhaber.

Eigentlich lieferte er dem Tour-Cellisten (Benni Cellini, Letzte Instanz) sein neues Instrument, wollte es sich aber offensichtlich nicht nehmen lassen, uns eine ganze Reihe von mehrsaitigen Geigen vorzustellen. Bis hin zu Oktavgeigen und Siebensaitern (heute gehen sie bis zu acht Saiten). Ich verliebte mich gleich in die Instrumente, konnte mir aber bis dahin nicht vorstellen, mir je ein Instrument leisten zu können. Wobei man sagen muss, dass sie preislich sehr fair sind, aber ich war es eben gewohnt, nie Geld für solche Anschaffungen zu haben. Einige Zeit später spielte ich mein Album „UP“ (Progressive Rock/Metal) ein und kam dort völlig an die spieltechnischen Grenzen meiner Fünfsaiter. Ich fragte also Uli, ob er mir eine Fünfsaiter leihen würde. Er rettete damit mein Album und nun MUSSTE ich sie einfach haben! Er schickte mir dann mit der Fünfsaiter auch eine Sechssaiter zum Testen mit… Ulis Geigen sind der Wahnsinn! Sie sind komplett aus Holz, handgearbeitet und so perfekt ausbalanciert, wie es wahrscheinlich nur einer kann, der selber spielt. Charakteristisch ist die Form der Schnecke, die nur den äußeren Schwung der Schneckenform andeutet. Zudem laufen zwei Streifen aus dunklem Walnussholz einmal über die gesamte Längsachse des ansonsten hellen Körperrahmens aus Pappel. Steg und Griffbrett sind entsprechend der Saitenmenge abgeflacht und ermöglichen ein perfektes Spiel.

Für meine Sechssaiter muss ich entsprechend den Winkel der Schulterstütze etwas anpassen, damit ich mit dem rechten Arm auch die E-Saite, die höchste Saite, genau berühre. Zudem nehme ich die ganze Geige offenbar ein bisschen weiter auf die Schulter, ummit dem linken Arm alle Winkel angleichen zu können. Die beiden zusätzlichen Saiten gehen in die Tiefe: C und F. Es bedarf tatsächlich einiger Tage Umstellung, wenn ich von der Viersaiter auf die Sechssaiter umsteige; anders herum ist es weit weniger schwierig. Geige zu spielen bedeutet im Grunde, auch in den kleinsten Winkeln und Druckverhältnissen ganz genau und sauber zu sein.

(c) www.skulls-n-gears.com

Es bedarf also eines sauberen Techniktrainings bei der jeweiligen Umstellung. Was diese Geige aber ganz besonders ausmacht: sie klingt sehr natürlich und bedarf keiner Nachjustierung in den Frequenzen. Man hört das Holz und sie setzt sich sehr klar vor allem auch im Kontext einer Metalband durch. Sie hat sowohl Brillanz, als auch Körper und wunderschöne Tiefen.

Man mag sich fragen, warum man überhaupt mehr als die jahrhundertelang bewährten vier Saiten auf einer Geige benötigt. Die Antwort ist für mich ganz klar. Es sind eigentlich sogar zwei. Zum einen habe ich immer das Problem, dass meine Geige plötzlich „zuende“ ist, wenn ich mich mit meinem E-Gitarren-Partner (Robert Klawonn, Lead-Gitarrist bei Ally the Fiddle) musikalisch duelliere und er noch ewig Skalen abfeuern kann. Zumal es komischerweise auch mehr „klassisch“ zu klingen scheint, wenn man sich nur innerhalb der vier Saiten bewegt; das kann aber auch mein ganz subjektives Empfinden sein. Und zum zweiten reiche ich mit meinen unteren beiden Saiten bereits in die Tenor-Range der E-Gitarre. Somit bleibe ich keine zarte Stimme, sondern kann durchaus mit einer harten Band mithalten und auch überzeugend Riffs spielen. Die Geige rockt einfach!

https://ally-fiddle.de/

https://subwaytosally.com/

 

https://www.rockland-music.de/

 


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