Guitar Special Vol.46 mit Kalle Wallner (RPWL, Blind Ego)

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Kalle Wallner (RPWL, Blind Ego). Er steht auf Nik Huber Guitars.

Über viele Jahre hatte ich hauptsächlich zwei Gitarren live gespielt: eine Tom Anderson Grand Am von 1989, die ich mir mit 17 damals neu gekauft hatte und eine alte ESP Tele vom ca. 1980, die unglaublich rotzig klingt.
Auf der Suche, mein Gitarren-Spektrum zu erweitern, hat mir der damalige Chefredaktuer des Grand Guitars Magazins Nik Huber Guitars empfohlen und uns dann auch verlinkt. Die kleine, aber feine Gitarrenschmiede aus dem hessischen Rodgau, feierte Mitte der 2000er schon beachtliche Erfolge in Gitarrenbaukunst, war hierzulande allerdings eher noch ein Geheimtipp.

Als wir uns dann bei ihm in seiner Firma persönlich kennenlernten, war ich sofort begeistert. Nik Huber baut mit seinem Team Gitarren aus Leidenschaft auf höchstem professionellem Niveau. Ich war in der glücklichen Lage, mich durch seine Gitarren zu spielen und es war schnell klar: Das Handling, die Haptik, die Farben, die Halsform und vor allem der Sound… das waren alles ganz besondere Gitarren, jede für sich mit besonderem Sound und die einzigartige Qualität sofort spürbar.

Ich entschied mich für eine schwarze Dolphin aus Korina Holz in semi-hollow Bauweise. Der Sound ist mehr als beeindruckend, Kristall klar, warm und dennoch fett und mit viel Druck. Dabei ist sie ungeheuer leicht. Bei unserem nächsten Treffen hatte Nick dann noch mehr Auswahl und vor allem eine Blue Dolphin hatte es mir angetan: Nicht nur der wunderschönen Optik wegen, sondern vor allem wegen des Halses, der komplett und aus einem Stück aus Brazilian Rosewood – selbstverständlich aus offiziellem Bestand – gefertigt war. Die Gitarre war unglaublich präsent und hatte zugleich ein unfassbares Pfund unten herum, ohne zu matschen oder nachzuwummern.

Mittlerweile haben diese Gitarren viele Shows fast auf der ganzen Welt hinter sich und sind bei den wichtigesten Gigs eigentlich immer mit dabei. Dazu gesellten sich im Laufe der Zeit noch eine Twangmeister, die in ihrer Drahtigkeit und mit dem wunderbaren hohlen Sound vor allem im Studio ein Garant ist. Außerdem eine goldene Krautster, die bluesig, rockig und rotzig in Perfektion kann und ich mich nie entscheiden kann, ob der P90 am Hals oder doch der Humbacker am Steg geiler klingt. Als neuestes Familienmitglied kam vor über zwei Jahren eine Orca 59 in super-hollow Bauweise und wunderschönem Tabacco Sunburst Finish hinzu, die einen überragenden Sound hat! The Edge von U2 sagte mal über seine Gibson Explorer „da sind viele Songs drin“ – so geht es mir mit der Orca. Ich habe in der kurzen Zeit, in der ich sie habe, über zwei Alben damit komponiert. Ein unglaublich inspirierendes Instrument… ich kann kein größeres Kompliment aussprechen. Wer Nik Huber noch nicht kennen sollte, sollte jedoch unbedingt die Chance nutzen, auf einer seiner tollen Gitarre mal eine Runde zu drehen. Klar haben diese Gitarren ihren Preis, aber sie sind definitiv jeden Cent wert!

https://www.rpwl.net/

https://www.blind-ego.com/

https://www.rockland-music.de/

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