In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Sandro Pellegrini (Graywolf).


Pic: Tobias Sutter

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Das war bereits im zarten Alter von 7 Jahren. An meine erste Gitarre erinnere ich mich bestens. Eine Westone X70 im naturholz Look. Der Body besteht aus mindestens 5 zusammengeleimten Teilen. Sicherlich nicht die beste Gitarre, für den Einstieg aber perfekt. Sie hat mir eine ganz neue Welt offenbart und mich viele grossartige Classics wie „Smoke on the water“, „Hey Joe“ und „Whole Lotta Love“ gelehrt.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?

Ja klar, die gebe ich nicht her. Die steht bei mir im Studio und erinnert mich immer wieder an den Anfang meiner musikalischen Reise.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Oh, die sind sehr vielseitig. Ich bin als Kind stark von der Plattensammlung meiner Eltern geprägt worden – mein musikalisches Kino. Dabei haben mich wohl Jimmy Page mit Led Zeppelin, David Gilmour mit Pink Floyd und Eric Clapton mit Cream / Derik & The Dominos am meisten geprägt. Als Teenager kamen dann Slash und Guns‘n’Roses dazu, die Riffsalven von Metallica und Adam Jones von Tool dazu. Und als Junger Erwachsener ging mein musikalisches Spektrum dann richtig auf. Heute sehe ich mich als Musikjunkie der mit liebe praktisch jedes Genre hört, vom libanesischem Jazz, zu Elektro, HipHop, R&B, Soul und Pop, bis hin zum derbsten Metal. Mein Umfeld wird da immer mal wieder herausgefordert. Dazu kamen, als Gitarristen, Michael Schenker – mit dem ich Touren durfte – und Jeff Beck, der meines Erachtens kompletteste Gitarrist ever.

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Etwa 15. Am meisten favorisiere ich meine Gibson Les Pauls, insbesondere eine federleichte `59 Reissue mit massig Obertönen und eine zu Humbuckern konvertierte `72 Deluxe die Wärme und Punch perfekt kombiniert. Dazu meine wunderbare Fender Statocaster Customshop `63 Reissue, die sich herrlich weich spielen lässt.

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Im generellen glaube ich, die Liebe zur Musik und zum Instrument, und die Fähigkeit zu inspirieren. Der Rest ist komplett individuell. Es gibt heute so viele grossartige Gitarren und Amps. Ich persönlich stehe auf griffigen Sound und Spieldynamik. Ich liebe druckvolle aber gut-auflösende und sägende Verzerrungen. Ich stehe – je nach Gitarre – auf `58,`59 oder `60 Oval C shaped Hälse und Rosewood Fingerboards.

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Ganz klar Röhrenamps. Ich mag die Lebendigkeit, Wärme und Rohheit eines richtigen Amps im Rücken, aber auch die Einfachheit mit den paar wenigen Einstellmöglichkeiten.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Meist eine ganze Palette und abhängig vom benötigen Sound. Für GRAYWOLF, wo Druck und Dynamik gefordert sind, hatte ich natürlich meine vorher genannten Les Paul-Lieblinge und die Strat mit an Bord. Dazu kam eine Gretsch White Penguin Masterbuilt, die supervielseitig einsetzbar ist und eine Fender Tele Plus, die ich gerne für Clean-Sounds benutze.

Auf der Amp Seite sind immer meine zwei Friedmans am Start, ein BE100 der ersten Generation und der für mich bestklingenste „Marshall“-Klon, sowie der vielseitige BE100 Deluxe. Dave macht wirklich grossartige Amps. Dazu mein Diezel VH4 Blue Face für gröbere Sounds und ein Fender Blues Deluxe für cleane/crunchy Töne.

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Ganz klar eine Les Paul. Ich habe über die Jahre so viele unterschiedliche Gitarren gespielt, bin aber immer wieder zur Les Paul zurückgekehrt.

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