In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Manni Schmidt, den viele bestimmt von den Bands Refuge, Crash Gate 6, Rage oder Grave Digger kennen werden. Er stellt uns drei seiner Gitarren vor.

Manni Schmidt: Als ich gefragt wurde, ob ich auch Bock hätte, für diese Reihe hier meine Lieblingsgitarre vorzustellen, habe ich spontan zugesagt. Das ist aber gar nicht so einfach, denn ich liebe sie irgendwie alle. Ich beschränke mich jetzt mal auf drei davon und hoffe, das geht so durch…
Als erstes möchte ich meine Hagstrom Super Viking vorstellen, mit der sich bei mir der Kreis geschlossen hat. Meine erste Gitarre im Alter von 13 Jahren war nämlich eine Hagstrom Viking in Tobacco Sunburst, die ich derzeit meinem Latein Nachhilfelehrer für 150DM abgekauft habe. Da ich damals großer Van Halen Fan war, habe ich die Gitarre mit bunten Klebestreifen und einem DiMarzio Super Distortion aufgemotzt, konnte aber trotzdem nicht so richtig damit abgehen. Deswegen kaufte ich mir einen Bausatz von Rockinger, um mir eine Frankenstein-mässige Gitarre zusammenzubauen. Ich wusste die Hagstrom leider gar nicht zu schätzen und so kam sie irgendwann unter die Räder. Den Hals habe ich auf einen selbst gebauten Korpus geschraubt, alles andere sonstwie vermurkst. Vor zwei Jahren sah ich zufällig in einem Musikladen in Bottrop eine Hagstrom Super Viking im Fenster hängen, ging rein nahm sie in die Hand und war sofort verliebt. Seitdem ist die rote Schwedin meine absolute Lieblingsgitarre! Über technische Details mache ich mir eigentlich nie so die Gedanken, ich weiß aber, dass die Super Viking eine etwas längere Mensur hat, weswegen sie knackiger klingt, aber auch etwas schwerer zu spielen ist. Die Tonabnehmer haben einen niedrigen Output und klingen, ob clean oder verzerrt, immer sehr klar und definiert. Im Proberaum mit meiner Band Crash Gate 6 spiele ich sie über meinen Laney Ironheart mit einer Toni Iommi –Signature Box am liebsten stark angecruncht, da hat sie richtig viel Punch.

Ich habe eigentlich gar keine teuren oder besonderen Gitarren in meinem Besitz. Eine, die für mich den höchsten emotionalen Wert hat, ist meine Ibanez Flying V aus dem Jahr 1978, eine Kopie der Gibson Korina Flying V. Die hat jahrelang bei einem Kollegen hinter dem Schrank im Koffer gestanden und wurde nicht gespielt. Verkaufen wollte er mir die aber auch nicht. Meine Frau hat konnte sie ihm aber dann doch irgendwann abschwatzen und hat sie mir dann zu Weihnachten geschenkt. Eine tolle Überraschung, eine tolle Gitarre. Spielbarkeit, Aussehen, Sound – alles erste Sahne!

 

 

 

 

Ein weiteres Highlight ist meine ESP LTD Viper 401 in „Military Green“. Als wir 2015 mit Refuge durchgestartet sind hatte Peavy Kontakt zu den Jungs von ESP, und die wollten uns gerne unterstützen. Neben einer LTD GUS-600FR STBC und einer LTD Eclipse EC 1000 VB bekam ich eine VIPER 401 Military Green Satin, bestückt mit EMG Pickups. Eine richtig geile Gitarre, die komfortabel zu spielen ist und schon trocken fett klingt. Die EMGs mochte ich aber gar nicht, also kam ein Seymour Duncan Humbucker an den Steg und ein Seymour Duncan „Phat Cat“ an den Hals. Da der Phat Cat am Hals so unglaublich geil klang, war ich neugierig und bestellte mir das Modell auch für den Steg. Damit klingt die Gitarre wie ein Monster! Und so habe ich sie dann auch gelassen.

 

 

So hat jede meiner Gitarren eine kleine Geschichte, deshalb möchte ich auch keine davon abgeben. Ich kann und möchte mich auch nicht auf ein Modell oder eine Form festlegen, dafür gibt es zu viele tolle Instrumente, die alle ihre Eigenarten haben. Die ein oder andere habe ich auch noch auf meinem Wunschzettel stehen und vielleicht kommt ja dann irgendwann Teil 2 von diesem Bericht. Bis dahin viel Spaß mit den anderen Beiträgen dieser Kolumne und vielen Dank an Chris Strieder! Rock’n’Roll!

Fotos: Yannick Schmidt

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