In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Sandro Giampietro (Starchild, Helge Schneider Band).

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?
Mit fünf Jahren hatte ich bei meinen Eltern eine Elvis Schallplatte gefunden. Dazu lag da noch eine alte Höfner Gitarre aus den 50er Jahren mit F-Löchern herum. Da war der Grundstein gelegt. Ich habe zum Radio mitgedudelt egal ob Abba oder AC/DC.
Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?
Es ist mal jemand über die Gitarre gestolpert und der Hals war aus dem Korpus gebrochen. Mittlerweile ist er wieder eingeleimt aber die Gitarre ist in Rente gegangen. Die Saitenlage ist leider so hoch, dass ich sie nicht mehr spiele.
Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?
Ich bin ein Kind der 80er, habe aber schon früh Musiker aus den vergangenen Jahrzehnten entdeckt. Meist waren mir die Musiker mit dem „guten Ton“ am liebsten. Ich habe da geschmacklich eine Bandbreite vom Jazz der 30er über Klassik bis hin zum Heavy Metal. Ich fasse es mal so zusammen: Der innovative, ausdrucksstarke Jimi Hendrix spielt mit dem spacigen Touch von Eddy van Halen, inspiriert von der Kompositionslust von Steve Vai, um dann cool wie Stevie Ray Vaughn, mit den Flitzefingern von Yngwie J. Malmsteen aufzutrumpfen. Hinterher wird bei einem Glas Wein mit schönen Harmonien von Joe Pass und der Ruhe von David Gilmore, eine alte Django Reinhardt Schallplatte gespielt. Elvis singt den Kindern ein schönes Schlaflied während Bruce Dickinson mir das Fechten beibringt.
Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?
Ehrlich gesagt habe ich meine Gitarren nicht gezählt. In meinem Bestand ist immer etwas Fluktuation. Eigentlich bin ich mehr auf der Suche nach Sounds als nach Gitarren. Ich besitze einige Ibanez RGs aus den 90ern aber auch einige aktuelle Modelle. Viel spiele ich auch eine Fender CS 55 Stratocaster. Außerdem spiele ich gerne meine tolle Martin OM 35 und zwei Annika Klassik Gitarren.
Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?
Die perfekte Gitarre ist für mich diejenige, die quasi meine Gedanken lesen kann. Noch besser ist es, wenn sie mich inspiriert in neue Territorien vorzudringen. Es gibt Gitarren, die eine Sache super können, dir aber mitten im Spiel mitteilen, „Nee, nee das geht jetzt aber nicht! Lass ma…“.Neben dem Klang sind auch Spielgefühl, Gewicht und Haptik maßgebend. Für mich ist letztendlich entscheidend, dass das was ich musikalisch aussagen möchte, auch von der Gitarre übertragen wird. Bei Verstärkern verhält es sich ähnlich. Da stellt sich natürlich auch die Frage, ob der Sound in den Bandsound passt.
Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?
Ich liebe Röhrenamps. Ich habe aber schon hier und da mal Gitarren direkt in den Computer gespielt. Das blieb meist aber ein Demo. Bis jetzt habe ich in jedem Blindtest sofort die digitale Simulation erkennen können. Nicht dass ich Modeling und Profiler nicht mag, aber es ist irgendwie etwas anders. Klingt oft sogar erstmal wahnsinnig professionell aber erinnert mich manchmal an breite Keyboardflächen. Ein Röhrenverstärker mit Box und Mikro hat schon einmal Luft bewegt. Das ist vom Klang etwas härter. Dazu mag ich gerne eine schnelle Ansprache. Bei einigen meiner Marshalls 800 und Engl Powerball wirkt es so, als ob der Ton schon vor dem Anschlagen aus der Box kommt.
Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?
Für das neue Starchild Album benutze ich den Engl Powerball mit meiner Fender CS 55 Stratocaster. Ich habe mich zum ersten Mal dazu entschlossen alles mit einer Gitarre zu spielen. Sehr oft spiele ich auch Fender Verstärker, einen Deluxe Reverb sowie verschiedene Marshalls.
Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?
Diese Frage bricht mir das Herz. Es wäre die Stratocaster.













