In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Herbert Bucher (Purpendicular).

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Ich begann im Alter von 11 Jahren Gitarre zu lernen, anfangs autodidaktisch, später hatte ich einen Lehrer bei dem ich diese typischen campfire chords lernte, von einem weiteren lernte ich dann das Blues Schema und die Blues Tonleiter. Ich hatte damals zum anfangen eine ziemlich schlechte akustische Gitarre was aber zweitrangig war da ich von diesem Instrument einfach fasziniert war. Da ich schon bevor ich zu spielen bzw. lernen begann einen Hang zu Rock und Blues hatte wollte ich unbedingt eine elektrische Gitarre haben und nach unendlich langen Diskussionen bekam ich diese von meinen Eltern. Es war eine Cimar by Ibanez. Die Gitarre war nicht sehr hochwertig und es musst rasch etwas vernünftiges her, so spielte ich zusätzlich noch eine Tokai Telecaster Kopie.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?

Beide Gitarren hatte ich irgendwann verkauft da ich für die nächste Gitarre, eine Gibson Les Paul, das Geld brauchte. Die Les Paul besitze immer noch.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Ich habe viel aus den 1970ern mitgenommen, von Pink Floyd, Hendrix bis Deep Puple, dann natürlich die 1980er mit Van Halen und den ganzen Guitar Heros, den Blues/Fusion Gitarristen wie zb Robben Ford, ich war immer an einem breiten Spektrum interessiert und nicht nur auf einen Stil oder Gitarristen fokusiert. Meine Favoriten sind Eddie Van Halen, Steve Lukather, Mike Landau, Steve Morse und natürlich Blackmore.

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Inzwischen dürften es in etwa 30 Gitarren sein und meine Favoriten sind derzeit die Suhr Pete Thorn Signature Modelle, davon besitze ich derzeit 2 und diese sind fast auf jedem Song vom Album Human Mechanic zu hören. Es kamen auch eine Fender Telecaster und eine Maybach Lester zum Einsatz und nicht zu vergessen meine Suhr Modern limited edition 2009.

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Ich denke mal perfekt ist das womit man am besten klar kommt. Aber um es etwas genauer zu beschreiben fange ich einfach mal mit den banalen Dingen an: Die Gitarre sollte ein angenehmes Gewicht haben und „balanced“ sein, damit meine ich nicht kopflastig sein. Das Shape sollte für mich in Richtung Stratocaster gehen und das ganze nicht ein Fremdkörper sein, Instrument und Spieler sollten eine Einheit bilden. Zur technischen Seite möchte ich sagen dass mir nicht so „heiße“ pick ups lieber sind da ich dann mehr Dynamik habe, falls mehr Distortion notwendig ist kann man das ganz leicht mit einem Boost Pedal beheben. Ein verstimmungsfreies Vibrato System ist für mich obligatorisch, beide Suhr PT Gitarren sind damit ausgestattet. Ich mag auch wenn die Instrumente sehr direkt und klar klingen, sprich eher Spielfehler nicht verzeihen, das hat den Vorteil, dass das was du mit den Fingern machst detailliert übertragen wird. Die Suhr Pete Thorn Gitarren kommen diesem Ideal für mich am nächsten. Die Gitarren bestehen aus einem Mahagoni Korpus mit aufgeleimter Ahorn Decke, der Hals besteht ebenfalls aus Mahagoni mit aufgeleimten Palisander Griffbrett, das kennt man ja von der Les Paul, der Hals ist aber nicht set neck sondern bolt on also geschraubt. Ich weiß, es gibt Leute die mögen diese Edelstahlbünde nicht, ich habe mich was den Klang angeht sehr daran gewöhnt, diese Bünde nutzen sich kaum ab, das ist ein immenser Vorteil. Der Griffbrettradius sollte „compound“ also in den höheren Lagen flacher bzw größer werden, das ermöglicht eine sehr komfortable Saitenlage. Ich denke das wichtigste wäre hier angerissen, kommen wir zum Verstärker. Ein Verstärker ist nicht nur ein „Lautmacher“ wie man vielleicht denken könnte, er ist vor allem ein Musikinstrument welches zusammen mit der Gitarre den Klang und das Spielgefühl massgeblich mitbestimmt. Hier stehe ich ganz klar auf Röhrenamps, auf der Bühne am liebsten 100 Watt Amps da diese einfach mehr headroom bieten. Ich bevorzuge hier einen dreikanaligen Amp. Mein Suhr PT 100 ist im wesentlichen eine Weiterentwicklung des Custom Audio Amplifiers OD 100 Amps welcher irgendwann von Bob Bradshaw für Michael Landau und auch Steve Lukather entwickelt wurde. Pete Thorn entwickelte diesen zusammen mit Suhr zu einem wahren Monster weiter und hier komme ich schon sehr nahe an den idealen Amp heran, er ist midi schaltbar und somit was das Handling betrifft mit allen modernen fx Einheiten kompatibel. Klanglich bietet der amp hier von Fender clean, plexi marshall und high gain alles an, auch hier muss ich betonen dass dieser Amp alle Nuancen meiner Spielweise wiedergibt.

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Ich finde die Modeler sehr praktisch zum üben aber live on stage bevorzuge ich die klassischen Röhrenamps, ich komme damit einfach besser klar, ich kann Dinge wie Feedback viel besser kontrollieren, eine Simulation kommt meines Erachtens nie an das Original heran.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Für Studioaufnahmen benutze ich hauptsächlich meine Fender Stratocaster 60er und 50er Replica, Fender Telecaster, Gibson Les Paul, Maybach Lester, James Tyler Burning Water, Suhr PT, Suhr Modern und für akustische Gitarren Lakewood, BSG und Eastman. Ich benutze hauptsächlich Röhrenamps und so gut wie keine Modeler, mein Hauptamp sind der Suhr PT 100 und der Custom Audio Amplifier OD 100 Standard plus. Ergänzend spiele ich noch Suhr Badger 30, Suhr Corso, Fender Deluxe Reverb und einen Mesa Boogie Rectifier.

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Derzeit ganz klar die Suhr Pete Thorn Signature

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