In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Daniel Gumo Reiss.

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Das war 1994 als ich auf’m Weg zum Tischtennis Training Kai Hansen’s Solo von „I Want Out“ auf Helloween’s „Keeper Of The Seven Keys – Part 2“ gehört hab und mir gedacht hab „Das will ich auch können!“. Das war damals noch zur Zeit wo man unterwegs mit Walkman Musik gehört hat, wo die Batterie irgendwann leer wird und die Kassette langsamer läuft und sich das Band immer frisst und die ganzen Dramen…Meine erste Gitarre war eine alte Akustische Konzertgitarre mi falschen Saiten drauf..Stahl statt Nylon. Ich wusste damals natürlich nicht was daran falsch sein soll und habe darauf meine ersten Metal Power Chords gespielt und sogar schon erste Songwriting versuche unternommen, bevor ich zum 15. meine erste E-Gitarre und meinen ersten Übungsverstärker bekam. Der hat nicht richtig verzerrt, also musste noch am selben Tag ein Distortion Pedal her. Ab dann ging’s richtig ab.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?

Sie steht bei meiner Mutter als Andenken in deren Schlafzimmer. Manchmal nehme ich sie noch in die Hand und denk an die Anfangstage zurück.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Meine Lieblingsband sind die Scorpions, vor allem die der frühen 80er. Angefangen habe ich allerdings mit Thrash Metal a La Sodom/Kreator/Destruction und den spiele ich auch immer noch mit GumoManiacs. Gitarristen könnte ich sehr viele aufzählen, und meine persönliche Bestenliste verändert sich auch von Zeit zu Zeit, aber Michael Schenker und Dave Mustaine würde ich vermutlich immer nennen!

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Ich besitze im Vergleich zu vielen Kollegen aus meinem direkten Umfeld verhältnismäßig wenige Gitarren. Eine Jackson Randy Rhoads Flying V mit Floyd Rose, eine Gibson Flying V, eine Dean Flying V, eine Gibson Les Paul, eine Fender Strat und eine Takamine GD51 Akustikgitarre. Die V Form hat es mir definitiv angetan. Für die härteren Sachen fühlt sich die Jackson am besten an, für alles andere schwanke ich zwischen der Dean und der Gibson hin und her.

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Ich denke da weniger an technische Sachen. Wenn es sich beim Spielen gut und richtig anfühlt und der Sound in Verbindung mit dem Amp meiner Klangvorstellung nahe kommt, dann ist das die Kombi die für mich die mehr oder weniger perfekte ist. Um jetzt vielleicht doch etwas konkreter zu werden: Marshall Amps fühlen sich eigentlich alle sehr gut für mich an! Ich benutze nur wenige Pedale und verändere den Sound und meistens sogar den Verzerrungsgrad je nach Situation in erster Linie durch das drehen der Potis an der Gitarre und das Umschalten der Tonabnehmer. Marshall Amps reagieren meiner persönlichen Empfindung nach sehr gut darauf.

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Jedem das seine! Ich benutze beides. Wenn es die Zeit und die Situation erlaubt, klingt ein mit dem Mikrofon abgenommener Röhren Amp natürlich besser. Allerdings leben wir in einem digitalem Zeitalter und ich finde mich immer wieder in Situationen wieder, wo über Nacht noch schnell Files hin und her geschickt werden müssen und manche Stellen an Songs nachträglich ausgebessert werden. Da ist es auf alle Fälle eine Erleichterung nicht wegen einem 20 Sekunden Leadbreak mitsamt Marshall Stack in einer Nacht und Nebel Aktion ins Studio fahren zu müssen, sondern das quasi aus dem „Home Office“ erledigen zu können. Der Produzent schickt das Songfile, gibt an was er braucht und schickt einfach das passende Kemper Rig mit und 20 Minuten Später haben wir unseren Leadbreak auf Band. Hinzukommt dass man Live die Wahl hat, entweder mit einem mit Marshall Stacks vollgestopftem Bandbus durch die Welt zu fahren und beispielsweise auf einem Festival bei kurzen Umbau Pausen seinen Monitorsound auf die Schnelle mit dem örtlichen Monitor Engineer so hinzu biegen dass es irgendwie geht. Alternativ kann man stattdessen auch einen Kemper und ein kleines Monitorpult mit InEar System mit nehmen und stressfrei eine fertige Situation an das FOH übergeben. Sowohl Gitarrensound als auch Monitormix sind fertig abgespeichert, was einiges an Dampf aus der Situation raus nimmt. Zweiteres ist stressfreier und verlangt deutlich weniger Ladespace im eh schon überladenen Bus, ersteres fühlt sich vermutlich geiler an wenn es klappt und rund läuft. Ich mache beides regelmäßig, und würde nicht sagen das eine oder das andere ist „das Richtige“. Ich sehe das eher Situationsbedingt und freue mich dass es beide Möglichkeiten gibt.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Wie gesagt, entweder diverse Kemper Rigs, aber am liebsten natürlich einen mit einem SM57 abgenommen Marshall Stack, z.B. einen DSL100H oder einen JCM800 mit passender 4×12 Box!

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Vermutlich eine weiße Gibson Flying V. Das zumindest die Gitarre, die mir sofort einfällt, wenn es darum geht welches Modell ich mir eines Tages noch zu legen will.

https://the-gumo-shop.com/

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Daniel Gumo Reiss wurde bereits in Teenagertagen durch Bands wie die Scorpions oder Judas Priest von diesem (zur Abwechlsung mal schönem) Virus infiziert, und nach 14 Jahren Thrash Metal mit GumoManiacs mit 6 Alben und Tourneen in Mexiko, der Ukraine und Deutschland kehrt er nun zu seinem Jugendtraum zurück: Riffs, Licks und Soli im Stil von Michael Schenker, Axel Rudi Pell oder Uli Jon Roth auf die Welt abzufeuern! Aktuelles Album „Black Bird“ featuring Oliver Hartmann, Ina Morgan, Hubi Hofmann & Michael Bormann.

Buch und Musik Tipp: Drahtseiltakt – Jack Blackbird in Katzbrück von Antonia Vitz und Daniel Gumo Reiss

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