Guitar Special Vol.3 mit Andreas Diehlmann

In dieser neuen Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal kommt der Bluesrock Spezialist Andreas Diehlmann und seine Fender American Vintage 59er Strat an die Reihe.

Andreas Diehlmann: Frei nach dem Motto 1000 mal berührt, 1000 mal is nix passiert hab ich immer mal wieder diverse Strats probiert und bin irgendwie nie so richtig warm damit geworden. Über den Umweg Tele hat’s dann doch noch gefunkt. Eine ganze Zeit hab ich fast nur meine Tele gespielt weil sie fast so fett klingt wie eine Les Paul. Zumindest mit Vintage Pickups klingt eine gute Les Paul nur ein bißchen fetter als eine Tele, mit der kann man aber auch noch drahtig oder Neckpickup Bluesy spielen.

Irgendwann hab ich im Laden dann meine 59er Strat angespielt und … es hat Zoom gemacht.
Jemand hatte sie gekauft und wieder zurückgegeben weil das Volumenpoti durchgedreht hat, Gott sei Dank!
Von den Specs her ist sie original wie eine frühe 60s Strat, Rosewood Slabboard (klingt etwas fetter als die ab Mitte 62 verbauten Veneer Boards), 7,5″ Griffbrettradius (ist mir lieber als die bequemen Radien, Saitenlage ist dadurch auch etwas höher, das verhindert unnötiges Gefummel und Schnellspielen). Natürlich hat sie drei Singlecoils, neumodisch mit 5-weg Schalter verdrahtet. Nicht original ist die Schaltung der Tonpotis: das zweite Poti regelt die Höhen von Middle und Bridge Pickup, sehr praktisch, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie man ohne Tonpoti am Bridgepickup auskommt. Die Pickups hab ich testweise gegen ein Seymour Duncan Antiquity Stratset getauscht, klingt noch etwas stratiger, perliger, als die original Pickups (Fender Pure Vintage 59 Set), die klingen etwas fetter.
Die Strat ist nicht geaged, ich hab sie in den letzten fünf Jahren wirklich extrem viel gespielt, das sieht man ihr natürlich auch an. Zum Beispiel gibt es auf der Rückseite einige Macken von einem unschönen Bühnenunfall im Kurpark von Bruchhausen-Vielsen: beim Gitarrenwechsel ist mir die Strat aus 1,5 Metern Höhe auf die Bühne, sprich auf die Waschbetonplatten des Kurparks geknallt, man sieht sehr gut die Anordnung der Steine im ultradünnen Lack, oder besser gesagt im Holz, ansonsten war nach dem Sturz nicht mal eine Saite verstimmt. Das ist einer der Gründe warum ich so gerne Fender Gitarren spiele, die sind sehr hart im Nehmen, also quasi unkaputtbar. Einmal wurde die Strat schon geplekt, ansonsten wäre eine Neubundierung fällig gewesen.
Da ich die Strat immer mit Plexstyle Amps spiele (entweder Marshall YJM100 oder Friedman Smallbox) ist ein guter Booster unverzichtbar, der peppt den doch recht laschen Ausgangspegel der Singlecoils etwas auf. Durch den Booster und das Tonpoti am Bridgepickup braucht man wirklich keinen Humbucker in der Bridgeposition, mittlerweile spiele ich den aufgepeppten Singlecoil Sound sogar fast lieber, da er im Bandsound eine bessere Definition liefert. Live benutze ich nie die Zwischenpositionen, die kommen nur im Studio bei Auftragsproduktionen zum Einsatz (Stichwort sehr stratiger Cleansound).

https://www.andreasdiehlmann.de/

 

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