Guitar Special Vol.198 mit Lars „Podargo“ Noske (Harpyie)

Bildnachweis: Joel Villwock

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Lars „Podargo“ Noske (Harpyie).

Hi, ich bin Lars Noske, wobei die meisten mich vermutlich eher als Podargo von der Folk Metal-Band Harpyie kennen. Ich habe relativ spät angefangen, Gitarre zu spielen. Mit 15 fragte mich ein Kumpel, ob ich nicht Bock hätte, mit ihm gemeinsam Unterricht zu nehmen. Und da ich die Vorstellung, Gitarre spielen zu können, irgendwie cool fand, stimmte ich zu. Zum Glück ist mein Vater ebenfalls Gitarrist und so musste ich mich zu Beginn nicht komplett neu mit Equipment eindecken. Für den Unterricht bekam ich seine Gibson Spirit (den genauen Modellnamen kenne ich tatsächlich nicht, oben am Hals stand einfach nur Spirit), welche ich dann auch die nächsten sieben Jahre in verschiedenen Bands gespielt habe. Auch bei den ersten Harpyie-Proben war die Gibson am Start. Man kann also sagen, dass ich fast die Hälfte meiner Musiklaufbahn ohne eigenes Instrument verbracht habe. Da wir zu Beginn bei Harpyie noch zwei Dudelsäcke in der Band hatten, welche ausschließlich die A-Moll Tonleiter spielen konnten und ich zu der Zeit total auf Low-Tunings abgefahren bin, entschied ich mich für ein Drop-A Tuning. So hatte ich den Grundton immer auf der tiefsten Saite, was mir für viele meiner Riff-Ideen in die Karten gespielt hat. Leider zeigte sich spätestens bei den Aufnahmen zu unserem ersten Album, dass die Gibson nicht für solche Tunings gebaut worden war. Selbst mit den dicksten Saiten, die man im Internet bestellen konnte, ließen sich in den tiefen Lagen die Töne nicht sauber abbilden. Also entschloss ich mich tatsächlich dazu, mir meine erste Gitarre zu kaufen.

Hierbei handelte es sich um eine Ibanez MMM1 Baritone Gitarre, welche ich gebraucht von einem Kumpel unseres damaligen Drummers erwarb. Der Vorteil war, dass dieser die werksseitig eingebauten Pickups bereits durch zwei aktive EMG’s ersetzt hatte, welche nochmal etwas mehr Aggressivität in den Sound brachten. Trotzdem war das Instrument zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Durch die lange Mensur waren auch die Bundabstände deutlich größer als bei der Gibson und somit auch das Spielgefühl ein ganz anderes. Da wir aber mitten in den Aufnahmen für das Album steckten, hatte ich keine Zeit, um erstmal mit dem Instrument warm zu werden, was sich letztlich in langen Aufnahmesessions mit ziemlich vielen vergeigten Takes widerspiegelte. Danach konnte ich das Ding aber spielen. Wie man vielleicht der obigen Geschichte entnehmen kann, bin ich nicht die Art Gitarrist, die das Zimmer mit 200 verschiedenen Gitarren und Amps vollstehen hat. Neben der bereits erwähnten Ibanez besitze ich lediglich eine weitere E-Gitarre, eine Ormsby Hype GTR, welche erst vor zwei Jahren den Weg in meinen Besitz fand und seitdem meine erste Wahl für live und im Studio ist.

Pic: Michaela Maurer

Außerdem habe ich noch eine Western-Gitarre von Cort. An der Amp-Front bin ich viele Jahre super mit einem Halfstack von Engl (Fireball 100 Topteil) gefahren, bis ich dann vor einigen Jahren auf den Kemper Profiler umgestiegen bin, welcher bei mir absolut unterfordert ist. Ich nutze für die Live-Shows genau einen Sound, welcher auf einem Mesa Dual Rectifier mit einer Engl 4x12er basiert. Witzigerweise stammt dieser Sound aus dem ersten Amp-Bundle, welches ich mir damals gratis aus dem Kemper Forum heruntergeladen habe. In der Zwischenzeit habe ich immer mal wieder andere Sounds und Kombinationen ausprobiert, aber bleibe immer bei diesem Ding hängen. Für die letzten Studioalben haben wir immer ein Profile benutzt, welches auf einem Orange Jim Root Terror Amp und einer 4x12er von Mesa basiert. Effekte oder sonstige Pedals nutze ich überhaupt nicht. Es hat mich ehrlich gesagt immer eher verwirrt und aus dem Song gebracht, wenn ich auf der Bühne noch irgendwelche Knöpfe mit meinen Füßen im richtigen Moment drücken musste. Wer mich und mein Equipment im Einsatz hören und sehen möchte, ist herzlich eingeladen, zu den nächsten Harpyie-Shows zu kommen. Bis dahin und bleibt gesund!

https://www.facebook.com/harpyien

 

 


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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....

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