In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Barish Kepic (Heartland, Heaven`s Trail)

 

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

So mit 14 – 15, also relativ spät. Ich wollte eigentlich schon viel früher eine Gitarre, aber meine Eltern waren damals dagegen. Aber wie’s der Zufall – (oder das Schicksal ? 🙂 so wollte, ein Freund der Familie hatte eine alte Konzertgitarre rumliegen die er mir geschenkt hat. Das war meine erste Gitarre, die sehr schwer zu spielen war. Sehr hohe Saitenlage usw.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?

Ja, die hab ich tatsächlich immer noch. Steht aber seit Jahren im hintersten Eck :-))

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Was Bands betrifft, so waren das am Anfang Deep Purple, ZZ Top, Uriah Heep, UFO, Kiss, Van Halen, Ozzy usw. Auch die NWOBHM fand ich damals super. Die ersten Rock – Gitarristen die mich beeindruckt haben, waren somit Leute wie Ritchie Blackmore, Michael Schenker, Billy Gibbons, Randy Rhoads, Ace Frehley und auch Paul Chapman z.B.. Ich mochte sein Spiel auf dem UFO – Album „No Place To Run“ sehr. Auch Jimi Hendrix war natürlich ein Einfluss. Etwas später kamen dann noch Gary Moore, Eddie Van Halen, George Lynch, John Sykes usw.  Aber auch Gitarristen wie Al Di Meola, Eric Johnson, Mark Knopfler und Steve Lukather. Und alles was man hört, beeinflusst einen eben auch auf irgendeine Art und Weise. Favoriten zu nennen ist echt schwierig. Ich würde sagen, alle oben genannten und noch einige mehr…;-))  Vor kurzem hab ich mir ein paar Live – Sachen von Edgar Winter angehört bzw. auf YT angeschaut. Den Gitarristen den er da dabei hat finde ich sehr geil !  Doug Rappoport…unbedingt anchecken ;-))  Mich hat aber auch immer das Songwriting interessiert. Ich hab immer aufmerksam zugehört wie die jeweiligen Songs aufgebaut und arrangiert sind.

 

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

So um die 20, inklusive der ersten Gitarre ;-)) Es waren noch einige mehr, aber ich hab in den letzten 2 – 3 Jahren ein paar verkauft. Meine Favoriten sind momentan zwei modifizierte ESP – Vintage Plus Strats und eine Fender Strat, auch modifiziert. Und eine Gibson SG Junior mit P90, die ich sehr mag. Nach knapp 20 Jahren in denen Les Paul Modelle meine Hauptinstrumente waren, bin ich wieder auf Strats umgestiegen. Der Grund sind die neuen Sachen an denen ich momentan arbeite, da passen einfach Strat – Sounds besser. Ausserdem auch wegen dem Tremolo, was mehr „Tonformung“ ermöglicht.  Aber hin – und wieder setze ich natürlich auch mal eine der Paulas ein ;-))  Mein Musikgeschmack hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Rock oder Metal höre ich schon lange nicht mehr. Ehrlich gesagt, langweilt mich das mittlerweile… Zuhause höre ich entweder bluesige Sachen, oder auch sehr gerne Jazz, z.B. Wes Montgomery oder John Scofield und auch Bossa Nova. Liegt vielleicht am Alter…haha ;))

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Ich denke das ist sehr individuell…die absolut perfekte Gitarre oder Verstärker gibt es glaube ich nicht. Ich persönlich bevorzuge Gitarren mit mitteldicken Hälsen, wo man  „was in der Hand hat“. Sustain ist mir natürlich auch sehr wichtig und, für Live eine Gitarre die möglichst vielseitig einsetzbar ist. Im Studio kann man ja bequem – je nach Gitarrenpart – hin – und her wechseln. Für den Amp gilt dasselbe, für Live – Gigs ein möglichst vielseitiger Amp. Meistens hatte ich da aber 2 unterschiedliche Amps dabei. Im Studio nimmt man eh unterschiedliche Verstärker, je nach Song und Gitarrenpart.

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Da kommt der Röhrenamp für mich immer an erster Stelle. Die Dynamik und Wärme habe ich zumindest, noch mit keinem Modeler erreichen können. Vor allem für Rockmusik sind Röhrenamps unschlagbar. Modeler setze ich hier und da auch mal ein, aber meistens nur für clean – Sounds.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

An Gitarren momentan eben die oben genannten ESP – Vintage Plus Strats und die Fender. Und noch eine ESP Hybrid, die super klingt. Ich glaube die ist von Anfang der  90er oder so. Werden schon lange nicht mehr gebaut. Für die letzten Beiden Alben ( Heaven’s Trail – „Lethal Mind“ und Heartland – „Into The Future“ ) waren es Hauptsächlich noch Les Paul Modelle. Auf der Heaven’s Trail waren  dies eine ESP Eclipse und eine Gibson…ich glaube das Modell nennt sich „Custom Classic Antique“ oder so ähnlich ;-)) Für die clean – Parts meistens Strats und / oder, auch mal eine Tele. Die Telecaster habe ich ehrlich gesagt, erst in den letzten Jahren so richtig zu schätzen gelernt. Mittlerweile spiele ich sie wirklich gern. Die kommt auch bei  „crunchigen“ Sounds zum Einsatz, neben der SG Junior. Ich benutze beide auch für Slide / Bottleneck Parts. Auf dem Heartland – Album war die Hauptgitarre eine Gibson Les Paul Custom Shop Standard in Silverburst, kombiniert mit anderen Paulas. Die Silverburst ist aber fast auf  jedem Song zu hören. Für die Solos meistens die Gibson Custom Classic, die hebt sich sehr gut ab…“it cuts through“ wie man so schön sagt ;-)) Aber natürlich habe ich auch – je nach Part – Strats benutzt. Auch bei einigen Solos. An Amps kommen fast ausschliesslich Marshall und Blackstars zum Einsatz. Einer meiner Lieblingsamps ist ein leicht modifizierter Marshall 100 Watt Super Lead von 1972. Das  war mein erster Marshall ;-)) Ausserdem nehme ich für clean – Sounds auch mal meinen alten Fender Blackface Reverb von ca. 1965. Auch modifiziert und stark überarbeitet. irgendwann waren halt die Elkos usw. hinüber…:-(( Ich bin ja auch Blackstar – Endorser, spiele sie aber nicht wegen der Vergünstigungen, sondern weil ich den Sound und die Features der Amps wirklich mag. Das selbe gilt für ESP – Gitarren, hier habe ich auch seit 2010 ein Endorsement. Ich liebe diese Gitarren, vor allem die älteren Modelle.

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Puuhhh…seeehr schwierig…obwohl ich die rote ESP – Vintage Plus Strat ein kleines bisschen lieber mag, würde ich mich in diesem Fall für die schwarze entscheiden. Mit Humbucker am Steg hat man einfach mehr Möglichkeiten. Vor allem ist der auch über das Ton – Poti splittbar.

Hier nun einige meiner Gitarren:

ESP Vintage Plus, beide Baujahr 2007. Habe beide umbauen lassen. Links, die schwarze, hat an der Bridge einen DiMarzio Tone Zone der über das Tonpoti splittbar ist. Die rote ist noch mit den original Seymour Duncan Pickups bestückt. Ist aber umgebaut auf Master Volume und Tone und hat statt dem 2. Tonpoti einen Killswitch / Knob. Beide klingen sehr warm, die schwarze etwas „luftiger“. Wahrscheinlich weil sie etwas leichter ist als die rote.
Die rote ist auch auf den letzten Produktionen zu hören und ist momentan meine Hauptgitarre ;))

ESP The Hybrid. Hab ich vor ein paar Jahren gebraucht gekauft. Laut ESP Vertrieb, Baujahr ca. Anfang / Mitte 90er Jahre. Klingt super und wird hin – und wieder bei Aufnahmen eingesetzt.

Fender Strat USA mit 70’s Headstock. Baujahr ca. 2004/2005.
Auch auf den letzten beiden Produktionen zu hören. Setze ich Hauptsächlich für Solos ein da sie einen sehr direkten, „straffen“ Ton hat. Hab hinten am Steg einen DiMarzio Tone Zone eingebaut und das original Tremolo durch ein ABM Vintage Tremolo ersetzt. Hat die Gitarre klanglich um einiges aufgewertet. Ausserdem hab ich noch Locking Tuner installiert. 

Gibson SG Junior, Baujahr 2007. Hier habe ich nur die Wraparound Bridge ausgetauscht. Gehört auch definitiv zu meinen Lieblingsklampfen ;)) Verwende ich in erster Linie für Crunchy – Sounds, aber auch für Slide / Bottleneck. Klingt sehr direkt, mit etwas Gain auch sehr „rotzig“ ;))

Gibson LP Custom Classic Antique, Baujahr 2007.
Das ist die Les Paul die ich bei Aufnahmen am häufigsten verwende. Vor allem den Neck – Pickup für Solos, klingt sehr warm und hat einen „singenden“, offenen Ton mit unendlich Sustain. Ich wollte eigentlich mal den Steg – Pickup tauschen, hab’s aber dann doch nicht übers Herz gebracht. Klingt gut so wie sie ist ;))

 

Gibson Les Paul`s 70er
Links, die Custom ist Baujahr 1978, an der ist noch alles original. Rechts, die Deluxe ist Baujahr 1979, wie man sieht umgebaut auf Humbucker (DiMarzio) am Steg. Das war mal eine Goldtop, wurde aber vom Vorbesitzer schon umlackiert. Ich hab sie dann schwarz lackiert und die Plastik – Parts alle ausgetauscht. Der Halspickup, der Schalter und die
Potis sind noch original. Klingen beide sehr gut, die Custom für meinen Geschmack etwas besser. Die ist auch um ca. 600 Gramm leichter. Die Deluxe bringt ca. 5,1 KG auf die Waage und ist für Live einfach zu schwer. Kommen auch beide hin – und wieder für Aufnahmen zum Einsatz ;))

Das sind die 3 Amps die ich am häufigsten benutze. Ab und zu noch einen Marshall TSL 100 und für cleane Sounds einen Fender Blackface Reverb von ca. 1965.  Für die Sachen die ich momentan mache, verwende ich fast ausschliesslich den Marshall Super Lead, Baujahr 1972.

 

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