In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Michael Dühnfort.

Mit dieser Thematik konfrontiert und darüber nachdenkend, muss ich sagen, dass es 3 Gitarren sind, die das Etikett „Lieblingsgitarre“ tragen. Innerhalb dieser kleinen Gruppe eine weitere Hierarchie zum Thema Lieblingsgitarre zu treffen, wäre sehr schwer, da es jeweils drei abgesteckte Bereiche sind, in denen sie bevorzugt zur Anwendung kommen.
Meine „Fender Stratocaster“ ist die Hauptgitarre bei meinem Bluesrock-Trio „Michael Dühnfort & The Noise Boys“, eine „Gibson ES-135“ kommt zur Anwendung bei den ruhigeren Geschehnissen, hier bildet der Blues den Schwerpunkt, z.B. sehr gerne im Blues-Duo „Rihm & Dühnfort“. Eine „Squier Telecaster“ ist ausschließlich für die Slide-Arbeit zuständig und findet überall ihren Einsatz, egal ob zarter Blues oder im Bluesrock-Gewitter.
Was alle meine Gitarren eint, viele Exemplare sind es nicht, da ich kein Sammler bin und es nicht ertragen kann, wenn Gitarren ihr Dasein im Koffer fristen, die Gitarren, die ich besitze, werden auch gespielt, ist die Tatsache, dass es beim Kauf bereits gebrauchte Instrumente waren. Schon im zarten Jünglingsalter zogen mich beim Betreten eines Musikgeschäftes die gebrauchten Instrumente in ihren Bann, Neuware hat selten mein Interesse geweckt.

„Fender Stratocaster“ USA, Baujahr 1974:
Diese Gitarre erwarb ich bei Walter Meier’s „Musikbörse“ in Bremen 1977, als logische Folge der legendären ersten „Rockpalast“- Liveübertragung im TV hahaha… Kurze Randbemerkung: Jimi Hendrix hat mich nie so richtig berührt, aber der erste Interpret in der damaligen Rocknacht 1977, der kleine Ire, drückte mich förmlich in den Sessel und ab da wusste man, wohin die Reise geht. Somit musste also eine „Stratocaster“ ins Haus. Mittlerweile hat sie 4 Neubundierungen erfahren, die Abnutzungen sind tatsächlich durch „Spielen“ entstanden und keine unter dem Titel „geaged“, „road worn“ oder ähnlich alberne modische Erscheinung künstlich hervorgerufenen. Die original PickUps ersetzte ich schon recht zeitnah, seit geraumer Zeit spiele ich Tonabnehmer von David Barfuss: Steg- und Mittenposition aus dem ’63er Set, Halsposition ein „Little Fatty“. Die Beziehung zu dieser Gitarre kann man schon fast als „Hassliebe“ bezeichnen, muss man doch oftmals um jeden Ton mit dem Biest kämpfen hahaha…Aber sie ist definitiv meine Lieblingsgitarre für den Bluesrock.

„Squier Telecaster“, Baujahr/ Bauort ?:
Als ich mich entschloss, 1998 ausschließlich meine eigenen Kompositionen unters Volk zu bringen, musste schnell eine Gitarre für die Slide-Songs in Open Tuning her, die ich mit dickeren Saiten bestücken würde und entsprechend höherem Abstand zum Griffbrett einrichten könnte. Per Zufall las ich eine private Verkaufs-Anzeige und ich erwarb diese gelbe Tele von einem Studenten, der diese Gitarre mit Jumbo-Bünden, einem Humbucker in der Halsposition und Schaller-Mechaniken ausgestattet hatte. Es war ein Glücksgriff, die Bünde spielten für mich nur eine zweitrangige Rolle, da der Einsatzbereich im Slidespiel liegen sollte und der Humbucker klingt richtig gut. Bis heute habe ich die Identität dieses Tonabnehmers nicht ausfindig machen können, auch musste ich bereits Kabelbinder zur Hilfe nehmen, um gelöste verbogene notwendige Trägerteile in Position zu halten. Den „Seymour-Duncan“ in der Stegposition tauschte ich gegen einen „Fat-Bad-Twang“-Pickup von David Barfuss aus. Dieser hat mehr „Fleisch“, mehr Substanz, ohne den Telesound-Charakter zu verlieren, so glich ich die stark vorhandene Differenz von Lautstärke und „Fülle“ zwischen dem Humbucker und dem „Seymour-Duncan“ aus, da ich für meine Slide-Songs keinen spiddeligen Eierschneider-Sound in der Stegposition benötige. Ich nutze Saitensätze der Größen .010 – .052 und .011 – .049, vor jedem Gig werden neue Saiten aufgezogen. Dabei kreuze ich die Saitensätze, so dass ich für die Tele (Open Tuning) einen .011 – .052 Satz und für die Strat (in Normalstimmung) einen .010 – .049 Satz zur Verfügung habe. Die Innensechskant-Madenschrauben der Saitenböckchen aller Strat’s und Tele’s habe ich durch Edelstahlschlitzschrauben ersetzt. Ablagerungen lassen sich einfacher entfernen, Schraubendreher greifen besser und somit sind Justierungen leichter zu vollziehen.

„Gibson ES-135“, Baujahr 2000:
Diese „Electric Spanish“ erwarb ich von einem befreundeten Musikerkollegen. Beim ersten „Antesten“ unplugged war ich bereits begeistert, wie gut sich dieses Exemplar spielen lässt und wie schön die Saiten schwingen. Angeschlossen an einen Amp, fielen mir jedoch nach den ersten Tönen die Hände vom Griffbrett und die Kaufabsicht lief gegen Null. Harsch, unpersönlich, viel zu viel „Output“, nicht inspirierend war das Fazit, aber unplugged so herrlich… Ergo mussten neue Tonabnehmer her. Ich kaufte die Gitarre und bat David Barfuss, mir 2 Humbucker (sein „Mr335“ Set) mit ein wenig reduzierten Windungen anzufertigen, da ich keinen hohen Output benötige. Ich testete die PickUps mit verschiedenen Magneten (AlNiCo 2,3,4,5), AlNiCo 2 machte das Rennen. Nach Test/ Wahl der Tonkondensatoren installierte ich Elektrik und PickUps, TonPoti sind Pushpull- Ausführungen, um zwischen 50’s und modern wiring zu wählen, nun meine Lieblingsgitarre bezüglich Genre „Blues“. Hier kommt auch ein Saitensatz .010 – .049 zu Anwendung.
Ich mag diese Schlichtheit sehr, keine Blockeinlagen, kein Binding, eine ’76er „Gibson Les Paul Custom“ (auch gebraucht erworben), die ich Ende der ’70er Anfang ’80er spielte, mit ihren großen Blockeinlagen und diesen üppigen Intarsien in der Kopfplatte, die mir immer das Gefühl vermittelten, ich habe ein Roccoco-Möbelstück vor dem Bauch, verkaufte ich.

Ich bin gespannt, was bezüglich des Themas „Lieblingsgitarre(n)“ in Zukunft noch passieren kann. Meine ’74er Strat wird sicherlich immer dabei bleiben…vielleicht doch die Nr.1 meiner Lieblingsgitarren?
Vielen Dank an Chris für diese interessante Reihe und lieben Gruß in die Runde, Michael Dühnfort Hier ein kurzer Einblick in die Arbeit mit Strat und Tele. Kein Official Video, nur die nackte Wahrheit hahaha..

https://duehnfort-band.de/

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