Guitar Special Vol.111 mit Keile (u.a. WIRTZ)

Bildnachweis: Marco Fischer

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Keile.

Moin, Moin, mein Name ist Keile, ich bin Live- und Studiogitarrist und Songwriter aus Hamburg. Seit geraumer Zeit zusätzlich auch noch App-Entwickler.

Im Laufe der Jahre, hatte ich das Glück mit Künstlern wie Peter Maffay, Jan-Josef Liefers, Nico Santos, Daniel Wirtz, Ferris MC und Zoe Wees zusammen arbeiten zu dürfen. Bei Studio-Aufnahmen oder als Tourgitarrist. Dadurch habe ich europaweit Touren gespielt. Vom kleinsten Klub bis hin zu ausverkauften Stadien.

Hier ein paar kurze Anekdötchen zu meinen Brettern, warum ich sie besitze und diese spiele. Ein lang gehegter Jugendtraum von mir kam zustande als einige Firmen mir Endorsements anboten. Das sind unter Anderem Music Man, Cyan Guitars und Yamaha. Von Music Man spiele ich: die Axis, die Valentine, die Majesty, die Reflex und die St. Vincent.Mit der Axis verbindet mich eine gepflegte Hassliebe. Ich habe sie mir im Jahr 1998 gekauft. Und zwar in L A, wo ich am GIT studiert habe. Das waren crazy times, die ich nicht missen will, und die mich sehr geprägt haben. Es war genau zu der Zeit als Eddie Van Halen Music Man verlassen hatte, um zu Peavy zu wechseln. Ich bin immer ein großer EVH fan gewesen. Mit 16 Jahren Gitarre übend unter einem Poster von Van Halen. Also musste ich bei der Axis einfach zugreifen. Natürlich mit dem naiven Gedanken, dass wenn ich das Instrument meines Jugendhelden spiele, seine Superkräfte auf mich und mein Gitarrenspiel übergehen. Clark Kent hat sich allerdings nicht in Superman verwandelt. Trotzdem konnte ich es bis, zum heutigen Tag nicht übers Herz bringen, sie zu veräußern.

Photo: Rüdiger Knut

Die Valentine ist die Signatur Gitarre von James Valentine dem Maroon 5 Gitarristen. An ihr schätze ich, dass sie sehr telemäßig ist und einen unglaublichen Twang besitzt. Ich habe diese Gitarre eine Weile bei Daniel Wirtz in Verbindung mit einen Diezel Herbert gespielt. Ich wollte nen bissigen Singlecoil Sound. Mittlerweile nehme ich sie allerdings lieber um U2ige Gitarren zu spielen.

Photo: Heike Ruhe

Die St. Vincent ist für mich, schon wegen ihrer Optik, der Knaller. Ich habe ewig vorm Spiegel gestanden (ja das tun wir Gitarristen! Jeder der etwas Anderes behauptet lügt und kommt in die Hölle) und mich gefragt ob ich damit vollends als nicht zurechnungsfähig abgestempelt werde, oder ob es eine Frage der Souveränität ist, dieses Modell zu spielen. Ich hab mich dann entschieden es wie Atze Schröder zu halten:  Souverän bleiben!! Music Man bauen fantastische Instrumente, die großartig verarbeitet sind, sich sensationell bespielen lassen, und obwohl jedes Instrument seine eigene Klangfarbe hat, schimmert doch bei jeder Gitarre der Music Man eigene Sound durch.

Nun zu Cyan Guitars und der Bariton Hellcaster. Der Gitarrenbauer Thomas Harm, ist ein guter Freund von mir. Ich bin in großer Fan von Thomas ́ Arbeit, von seiner Leidenschaft für Gitarren, seiner Stringentheit im Look und dem brutalen „in your face“ Sound seiner Babys. Ich persönlich komme mit 7- Saitigen – Gitarren nicht klar. Der fette Hals und die tiefe B- Saite stören mich. Deswegen sind es bei mir immer Bariton – Gitarren, wenn es um Low Tunings geht. Meiner Meinung nach bleiben die Tunings besser stehen, gerade wenn man härter anschlägt. Durch das Holz, dass Thomas benutzt (Swamp Ash Body und dem Ovangcol Hals) sitzt da jeder Downstroke wie ein Schlag in die Magengrube.

Photo: Marcus Sielaff

Um mich zu outen: Ich spiel sie häufig mit Capo!! Das Ding klingt Mega im Standard – Tuning. Was mich an dieser Gitarre auch begeistert und den Unterschied für mich zu anderen Bariton Herstellern macht, ist die Tatsache, dass ich auf ihr, wirklich gut solieren kann. Was ich am Capodaster Spiel mittlerweile liebe ist dass Akkord voicings durchs Capo und offen schwingenden Saiten besser klingen. Sich sogar Töne dazu spielen lassen, die sich sonst auf normalem Wege nicht greifen lasse. In meinen Anfangstagen, habe ich Capo spielen total verpönt. Heute liebe ich es! Im Bereich Akustikgitarre, schwöre ich auf die LS36 von Yamaha. Den Tipp habe ich irgendwann mal, von Christian Neander (Selig) bekommen. Ich war auf der Suche nach einer guten Akustikgitarre, die ich im Studio genauso gut spielen konnte, wie auf der Bühne. Sie ist ein Traum von Bespielbarkeit und Klang. Die meisten Gitarristen, denken bei Yamaha Man immer an die Einsteigergitarren. Dabei baut diese Firma schon seit jeher auch High-End Instrumente.

Zu guter letzt kommt meine ganz große Liebe: eine 79er Fender USA Strat ohne Tremolo. Mit dieser Schönheit, habe ich über 15 Jahre jeden Tag, jede Musikrichtung gespielt. Von Rock bis Big Band, von Pop bis zu Reggae und Funk. Das ist die Gitarre, die mich bis zu dem Tag begleiten wird, an dem sich die Kralle ein finales Mal um den Gitarrenhals schließen wird. Bis vor einiger Zeit lag sie in ihrem Koffer und schlief vor sich hin. Ich habe sie nach kurzer Restauration (fast einem Jahr!!), wieder ins Leben zurückgeholt. Seit ihrer „Wiedergeburt“ sind wir wieder Bonny und Clyde!

Photo: Marcuss Sielaff

Mein Set- Up im Studio sieht folgendermaßen aus: ein Marshall Plexi Re – Issue, ein Friedman BE 100, die Synergy Amp Module SLO100 und Morgan AC und eine Großmann „Silent Cabinet“. Für das Ding, habe ich unterschiedlichen Speaker zum Wechseln. Die Speaker lassen sich schnell und einfach innerhalb von 5 Minuten austauschen. Für Leute wie mich, die kein Aufnahmeraum haben, ist das perfekt.

Um die Amps richtig aufreißen zu können aber das Cabinet nicht zu überfahren, habe ich einen Marshall SE100 in Reihe mit einem Tom Scholz Powersoak geschaltet. Diese Kette habe ich vom Studiogitarren-Guru Peter Weihe übernommen.

Da sich das Frequenzbild bei einem leiser werdenden Amp verändert, ist das die beste Lösung um das Problem zu umgehen. Soweit ein kleiner Einblick für Euch auf meine Klampfen und Amps die spiele.

Vor gut 2 1⁄2 Jahren, also Anfang 2019 kam bei mir die Idee, eine Gitarren – App zu entwickeln. Ich habe mich damals gefragt, welchen Mehrwert bringe ich als Gitarrist den Produzenten, Songwritern und Bands dieser Welt? Im Grunde wollen sie Alle das Gleiche: Geile Chord Voicings, Additional Guitars und ein paar coole Chords für einen Refrain. Mein Baby heißt „ChordFire“ und befindet sich im Moment im Beta Test Stadium. Die Essenz von dem was von einem Gitarristen erwartet wird, habe ich, in meiner App schnell und einfach zugänglich gemacht. Ich habe versucht populäre Chord Voicings zu benutzen, und Variationen einzubauen, die sich, aus meiner Erfahrung, immer wieder bewehrt haben. Zum erleichterten/ einfachen Songwriting sind Akkorde kombinierbar, wie sie in erfolgreichen Songs zu hören sind. Mir war während des Entwicklungs-Prozesses wichtig, dass die Inspiration beim Gitarre spielen geweckt wird. Den kreativen Teil, habe ich bewusst von Anfang an raus gehalten. Das ist dem player selbst überlassen. Meiner Meinung nach,  sollte Kreativität angeregt werden, aber nicht vorverdaut sein. Somit bin ich sehr gespannt zu hören, was die Menschen dort draußen mit meiner App anstellen werden. Vorerst erscheint die App nur als IOS. Wir arbeiten gerade an der Android Version. Gelauncht wird ChordFire in ca. 4 Wochen. Wer Interesse hat kann ChordFire auf Facebook, YouTube und Instagram folgen. Ich halte Euch dort, über die Veröffentlichung auf dem Laufenden. YouTube Videos sind in der Mache und ich arbeite gerade an weiteren interessanten Content zum Gebrauch der App.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick über mein bisheriges Schaffen gewähren.

In diesem Sinne. Ihr seid die Geilsten und danke fürs Lesen!

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ChordFire fb: https://www.facebook.com/ChordFire/

instagram: https://www.instagram.com/chordfire/?hl=de

youtube: https://www.youtube.com/channel/UCc5fdSZKvGcsNVp2KiUSxuQ

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Videolinks:

 

Peter Maffay / Jetzt (Songwriter)

https://www.youtube.com/watch?v=A88TbCdTib4

Thomas Godoj / keine Sieger (Songwriter)

https://www.youtube.com/watch?v=x5lZqAxjofQ

Michael Schulte / all I need (studio work)

https://www.youtube.com/watch?v=WH426P0NBIQ


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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....

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