Foto: Sandy Rösch/ Rocketclub
In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit dem Gitarristen und Sänger T.G. Copperfield und seiner Epiphone „The Dot CH“

Die Wahl meiner Lieblingsgitarre ist in meinem Fall sehr stimmungsabhängig. Ich mag Gitarren mit Geschichte oder welche, die Geschichten in sich tragen. Ich besitze kein einziges richtig teures Vintage-Instrument im engeren Sinne, aber über die Jahre habe ich mir ein paar richtig gute „Werkzeuge“ zugelegt, die für mich alle einen besonderen Platz einnehmen. Eines dieser besonderen Instrumente ist meine Epiphone „The Dot CH“. Eine ES335 Kopie, die ich irgendwann in den frühen 00er Jahren gebraucht für ca. 200 Euro (!) gekauft habe. Ich war damals sehr sparsam und wollte für kleines Geld eine Semi-Hollowbody Gitarre haben, die vom Look her, wie Chuck Berrys Gitarre aussah und diesen typischen fetten Ton hatte. Ein kleiner Musikladen in Regensburg hat mir meinen Wunsch erfüllt und ich habe das Ding dann lange Jahre mit mir rumgezogen, live damit gespielt und sie dann irgendwann wieder in einen Koffer gelegt, wo ich sie vor ca. 1.5 Jahren wiederentdeckt habe. Für eine solch günstig gefertigte Gitarre ist das Ding enorm gut verarbeitet, stimmstabil und hält richtig was aus. Ein großartiges Instrument bis auf die Tonabnehmer. Die habe ich erst kürzlich durch Nowaxx Cayenne P90s von meinem guten Freund Martin Hornauer ausgetauscht. Das hat die ES wieder vollständig zum Leben erweckt und ich bin mehr als glücklich, dass ich sie auch jetzt wieder besser live einsetzen kann. Die früheren Humbucker waren einfach zu dumpf und muffig und konnten sich im Bandgefüge nicht durchsetzen. Der P90 Sound ist für meine Musik in Verbindung mit meinen Vox Verstärkern einfach optimal und ich kann damit ebenso gut klare Chords wie fuzzige Linien spielen. Ich bin kein High Gain oder Metal-Gitarrist und bewege mich im klassischen Blues-, Rock- und Countrysound und da passt die ES wie die Faust aufs Auge.

Der Hals dürfte für viele Spieler gewöhnungsbedürftig sein: fett wie ein Baseballschläger, aber da muss man durch und ich habe das Gefühl, dass ein dicker Hals mit mehr Sustain belohnt, aber das kann auch nur eine subjektive Wahrnehmung sein. In den letzten Jahren habe ich die Gitarre immer mehr als Unterstützung für meine Songs gesehen. Sie muss die Geschichte tragen und indem ich mir eine bestimmte Klampfe umhänge, kann ich meinen Helden näher sein. BB King, Tom Petty, Joe Perry, Keith Richards, die Liste von ES-Spielern ist lang. Für mich ist es dieser anmutige, klassische Touch, den dieses Instrument ausmacht. Irgendwie hat man das Gefühl, die ES ist eine unvergängliche Konstante im Universum und hält den Rock and Roll zusammen. Auch Oasis haben die ES für sich entdeckt und ihr Sound prägte ihre Musik.

Aber ich glaube, es war mehr die Tatsache, dass John Lennon auch eine ES spielte. Das hat Noel Gallagher damals beim Schreiben seiner Songs einfach in die richtige Stimmung versetzt und ebenso geht es mir. Wenn ich das Instrument in Händen halte, dann bin ich im Nexus, der alle verbindet, die vor mir kamen und die noch sein werden. Verbunden im reinen Gedanken, den nächsten Song zu schreiben und der Welt etwas hinzuzufügen, das vorher noch nicht da war.
www.TGCopperfield.com

 

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