Seit einigen Jahren bin ich im Besitz eines Marshall 5 Watt Vollröhren Gitarrenverstärkers von Marshall. Leider hat dieses kleine Biest den Nachteil nur richtig gut zu klingen, wenn man es voll aufdreht und die Endstufenverzerrung den Sound mitgestaltet. Der Knackpunkt ist nur das es dann tierisch laut wird und man den Amp daheim kaum nutzen kann ohne das erboste Nachbarn oder gar die Polizei wegen Ruhestörung vor der Tür stehen. Abhilfe schaffen können bei solchen Problemen sogenannte Power Attenuator, mit dessen Hilfe man die Lautstärke ohne Soundverluste beliebig nach unten schrauben kann. Leider waren und sind die Geräte verschiedener Hersteller oft recht teuer. Doch nun gibt es von „Rockboard“ den RPA100 Power Attenuator welcher für unglaubliche knappe 80 Euro zu bekommen ist. Was man für diesen absoluten Kampfpreis bekommt, habe ich mal mit verschiedenen Röhrentopteilen von Marshall, ENGL und Hughes & Kettner getestet.  Der RPA 100 besitzt ein robustes schwarzes Metallgehäuse mit den Abmessungen (L x B x H) 180 x 160 x 125 mm (inkl. Füße und Regler) und bringt knappe 1,5 kg auf die Waage. Unten gibt es vier Gummifüße, wobei auf der Seite ein Lüfter verbaut ist, der bei drohender Überhitzung für die dringend benötigte Luftzirkulation sorgt. Das Gehäuse ist wirklich sauber verarbeitet und macht einen richtig robusten Eindruck. Ein richtiger Brocken. In der Praxis ist das Gerät ganz einfach zu handhaben. Die Inbetriebnahme des Rockboard RPA100 gestaltet sich denkbar einfach: Man platziert das Gerät auf oder neben dem Amp und verbindet ihn sowohl mit diesem als auch mit der Box. 3 separate Eingänge für 4, 8 oder 16 Ohm decken alles in Frage kommende ab. Bei allen getesteten Verstärkern ist das Ergebnis verblüffend. Ohne Soundverlust lässt sich die Lautstärke an dem sahnig zu drehenden großen Regler runterschrauben bis auf null. Verzerrung, Höhen, Mitten und Bässe bleiben nahezu unberührt und endlich kann man den geliebten Entstufenzerrsound auch in praxistauglichen Lautstärken genießen. Die überschüssige Energie wandelt der RPA100 in Wärme um, daher auch der eingebaute Lüfter, welcher recht leise agiert. Seine Hauptaufgabe erledigt das Teil auf jeden Fall schonmal mit Bravur. Doch das gute Stück kann noch mehr. Man kann das Signal über DI out/ Line out direkt abgreifen, um es auf eine PA oder in ein Aufnahmegerät zu leiten. Ein/Aus Schalter für Lautsprechersimulation mit 2 x 12” oder 4 x 12” sorgt für eine passende Frequenzkorrektur. Sogar ein Anschluss für einen Kopfhörer gibt es. Allerdings muss man sagen das man hier leichte Abstriche im Sound erkennen kann. Das Ergebnis klingt doch recht spitz und nicht so wie es teure IR-Anwendungen bieten können. Da gibt es auf jeden Fall besseres, welches aber durchaus dann auch das zehnfache des RPA100 kosten. Seine Hauptaufgabe, das Zähmen eines Röhrenboliden, erledigt der RPA100 allerdings perfekt. Aufgrund des supergünstigen Preises kann ich eine absolute Kaufempfehlung aussprechen und ich gehe sogar so weit zu sagen, dass dieses Teil ein „Must Have“ für Besitzer von Röhrenamps darstellt.

Alles auf einen Blick

  • Power Attenuator, Leistungsreduzierer
  • maximale Ausgangsleistung des Verstärkers 100 Watt
  • 3 x separate Eingänge für 4, 8 oder 16 Ohm
  • 1 x 3,5 mm AUX-Eingang
  • 2 x 6,3 mm Lautsprecherausgänge (parallel)
  • 1 x 6,3 mm Line-Pegel Ausgang
  • 1 x 3,5 mm Kopfhörerausgang
  • 1 x XLR-DI Ausgang
  • 1 x Regler für Lautstärke am Lautsprecher
  • 1 x Regler für Pegel am Line-Pegel Ausgang
  • 1 x Ein/Aus Schalter für Lautsprechersimulation
  • 1 x Umschalter für Lautsprechersimulation 2 x 12” oder 4 x 12”
  • 1 x 9 VDC, 2,1 x 5,5 mm Hohlstecker, Minuspol am Mittelkontakt, Eingangsspannung für Betrieb mit Kopfhörer / DI / Line Ausgängen
  • 1 x Lüfter
  • 1 x LED zur Überlastanzeige
  • Abmessungen (L x B x H) 180 x 160 x 125 mm (inkl. Füße und Regler)
  • Gewicht 1545 g
  • Preis ca. 80 €
  • https://www.rockboard.de/de/gear/RPA-100-Power-Attenuator/
  • https://www.thomann.de/de/rockboard_rpa_100_power_attenuator.htm
  • https://www.rockland-music.de/

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