Der Original Klon Centaur Overdrive ist eines der teuersten und sagenumwobenen Gitarrenpedale der Welt und sein transparenter Sound begehrt. Aber nicht jeder Gitarrist hat tausende von Euros dafür über. Zum Glück gibt es einige gelungene preiswerte Kopien wie zum Beispiel das TC Electronic Zeus, die ihre Sache wirklich gut machen und auch hervorragend klingen. Nun hat sich auch der amerikanische Kulthersteller JHS Pedals etwas ganz Besonderes zu diesem Thema einfallen lassen. Mit dem „JHS Pedals Notaklön – Overdrive DIY-Kit“ gibt es nun einen Bausatz, der einfach und problemlos von jeden halbwegs geschickten Interessierten in kurzer Zeit zu einem hochwertigen Overdrive Pedal zusammengebaut werden kann. Da JHS Chef und Mastermind Joshua Heath Scott ein echter Spaßvogel ist hat er sich was ganz besonderes ausgedacht. Der „Notaklön“ kommt in einer IKEA ähnlichen Verpackung, mit ebensolcher Optik und einer Bau Anleitung die haargenau aufgebaut ist wie die Anleitung zum Aufbau eines Ikea Schrankes oder Regals. Echt funny, genau wie die Dazugabe in Form einer Tube „Goop“, um die „magischen“ Dioden zu verstecken. Eine lustige Anspielung auf die schwarz verklebte Platine im Original Klon. Löten muss man den Bausatz übrigens auch nicht, alles ist total easy gehalten und selbst ein Doppellinkshänder sollte das Pedal (welches uns freundlicherweise vom deutschen Vertrieb W-Music Distribution zur Verfügung gestellt wurde) zusammengebaut bekommen. Ohne irgentwelche Schwierigkeiten hab ich das Pedal in gut 20 Minuten mit Hilfe der coolen Anleitung zusammengebaut bekommen. Siehe hierzu auch das gut gemachte Video von JHS.

Hat Spaß gemacht und es konnte ans Testen gehen und damit zum wichtigsten Teil, wie klingt das gute Stück in der Praxis? Für den Test habe ich einen Marshall JCM 800 sowie einen Laney Ironheart ausgewählt. Vollröhrenverstärker sind auch die Zielgruppe für diese Art von Overdrive Pedalen. Als Gitarren kamen sowohl eine Fender Stratocaster mit Single Coil Pickups als auch eine Humbucker bestückte Gibson Les Paul zum Einsatz. Eingestellt wurden die Amps mit einen angezerrten, den sogenannten „Edge of Breakup“ Sound. Mit allen Reglern des Notaklön auf 12 Uhr und dem Schiebeschalter in der Minus Position ergab sich ein total transparenter und glockiger Ton, als wenn man eine Wolldecke von den Speakern gezogen hätte. Der Orginalsound bleibt zu 100 % erhalten. Je nach Regler Stellungen fungiert der Notaklön entweder wie ein Cleanboost, als “Immer an” Klang Verbesserer, oder wie ein subtiles, nahezu transparentes Overdrive-Pedal. Eine Mittenanhebung (Mittennase) wie beim Ibanez Tubescreamer findet man hier nicht. Das Signal wird über dem gesamten Frequenzspektrum verbessert und mit dem Gainregler eine etwas höhere Verzerrung hinzugefügt. Das geht alles sehr in Richtung Blues und gemäßigten Rock. Aber auch Metaller werden an dem Teil ihre Freude habe, einem richtig fett verzerrten Amp kann das Pedal zu mehr „Tightness“ und bessere Differenzierung der Bassanteile verhelfen. Einmal angemacht mag man den Notaklön gar nicht mehr ausmachen. Mit dem Schiebeschalter auf Plus (dem sogenannten Shamrock Mod) bekommt man +4 dB Gain-Boost und einen ganz leicht dunkleren Ton. Das ist aber sehr subtil und wirklich nur dezent. Insgesamt ein ganz hervorragendes Pedal mit dem man seinen Sound wirklich verbessern kann, besonders vor Röhrenamps ein absoluter Tipp. Ein echter Spaß ist natürlich auch die Ausführung als Bausatz. Volle Punktzahl.

Fakten:

  • Overdrive Pedal zum selbst bauen mit allen erforderlichen Bauteilen
  • keine Lötarbeiten erforderlich
  • schaltbare JHS „Shamrock“ Modifikation
  • True Bypass
  • Regler: Volume, Treble, Gain
  • Schalter: Shamrock Mod
  • Fußschalter: Effekt Bypass
  • Status LED
  • Ein- / Ausgang: 6,3 mm Mono-Klinke
  • Stromaufnahme: 30 mA
  • Stromversorgung via 9 V DC Netzadapter (2,1 x 5,5 mm Hohlstecker, Minuspol innen – nicht im Lieferumfang enthalten)
  • Metallgehäuse
  • Abmessungen (L x B x H): 122 x 94 x 41 mm
  • Gewicht: ca. 408 g
  • made in USA

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