
Andy Timmons ist ohne Zweifel einer der großartigsten Gitarristen unserer Zeit. Sein Gespür für Melodien, Phrasierungen und Detailverliebtheit sowie seine Gabe Emotionen mit der Gitarre auszudrücken, machen ihn zu einem echten Ausnahmemusiker im Bereich der instrumentalen Rockmusik. Aber auch in Sachen Sound und Equipment ist Andy Timmons ein echter Experte. Mit seiner Zusammenarbeit entstanden schon eine ganze Reihe von hochwertigen Effektpedalen wie zum Beispiel das Keeley Halo Delay oder das JHS AT+ Overdrive Pedal. Nun gibt es das JHS+ Overdrive in einer etwas abgespeckten Version im Mini-Format und zu einem verlockenden Preis. Bis auf den Wattage-Schalter (das Mini steht fest eingestellt beim Voicing der 100-Watt-Einstellung, welche Timmons selbst bevorzugt) und die separate Boost-Sektion entspricht das Mini ansonsten dem AT+. Mal schauen, ob es auch genauso gut klingt wie der große Bruder.

Zum Test habe ich das Pedal an verschiedene Röhren-Amps angeschlossen, einen Laney Ironheart sowie einen ENGL VS und ein Hughes & Kettner Statesman Head. Es wurde, wie es Andy Timmons bevorzugt nur der Clean Kanal der Amps genutzt. Als zusätzlicher Gain Boost vor einem bereits verzerrten Amp klingt das Pedal nicht besonders und es matscht dort doch arg. Das können Pedale wie der Boss Overdrive oder ein Ibanez Tubescreamer viel besser, aber dafür wurde der JHS auch nicht gemacht. Ein neutral eingestellter schöner Röhren Clean Ton verwandelt mit dem Mini allerdings sofort in ein echtes Gain Monster mit deutlichen Marshall JCM 800 oder auch Plexi Genen. Das Mini reagiert fast genauso wie eine edle Röhrenvorstufe. Der Sound des Pedales ist recht Mitten betont und auch die Bässe kommen mächtig fett rüber. Mit 2 Regler für den Höhen und Bass Bereich („EQ“ und „Air“) lässt sich das Pedal perfekt an verschiedene Amps anpassen und ein Sweet-Spot ist schnell gefunden. Es wird ein großer Headroom erzeugt. Zum Glück rauscht der Mini im Vergleich zu anderen Zerrer Pedalen recht moderat und nicht weiter störend. Bei voll aufgedrehten Gain Poti sollte man allerdings die Bässe im Blick behalten, denn schnell matscht es ein wenig und es wird zu viel des Guten. Die besten Resultate bekam ich bei der 12 Uhr Einstellung, da hat man genug Zerre für schöne Riff und Rhythmus Geschichten. Für fette Heavy Metal Riffs ist der Mini allerdings nicht zu gebrauchen, einen Scoop Sound mit abgesenkten Mitten kann es nicht liefern. Aber das ist ja auch nicht Andy Timmons musikalisches Bestreben. Wer seinen Overdrive Sound doch etwas kräftiger möchte, sollte allerdings den großen Bruder, das AT+ wählen. Der zusätzliche Booster dort setzt mehr Gain Anteile frei und macht den Sound im Vergleich zum Mini schon deutlich fetter. Ohne den Booster konnte ich kaum Unterschiede zwischen dem AT+ und dem AT-Mini ausmachen. Das kleine kompakte Format und der günstigere Preis (Mini ca. 135 Euro, AT+ ca. 228 Euro) machen das Mini natürlich sehr attraktiv Es liefert ohne wesentliche Schwächen einen richtig fetten, sehr natürlichen und atmenden „Tube Amp in a Box“ Sound. Ein echt cooles Angebot und eine klare Empfehlung. Unbedingt checken.
Facts:
- Andy Timmons Signature Overdrive / Distortion Effekt Pedal
- britischer Amp-Sound mit offener Dynamik und geringer Kompression
- originale AT V1 Schaltung im kompakten Mini-Gehäuse
- fest auf 100 Watt Modus eingestellt
- Zerrgrad von kräftigem Crunch bis High-Gain-Distortion
- True Bypass
- Regler für Volume, Drive, EQ und Air
- Ein- / Aus-Fußschalter
- Status LED
- Metallgehäuse
- 6,3 mm Monoklinken Eingang
- 6,3 mm Monoklinken Ausgang
- Stromversorgung via optionalem 9-18V DC Netzteil, 2,1 mm x 5,5 mm Hohlstecker, Polarität (-) innen
- Batteriebetrieb nicht unterstützt
- Stromaufnahme 10 mA
- Abmessungen (L x B x H) 100 x 50 x 31 mm / 3,93“ x 1,96“ x 1,21“
- Gewicht 180 g
- hergestellt in den U.S.A.
- https://shop.warwick.de/effektpedale-overdrive-distortion-fuzzjhs-pedals-at-mini-andy-timmons-signature-overdrive-distortion
- Bildquelle: JHS Pedals













