Mit dem Tubescreamer schuf IBANEZ seinerzeit das wohl bekannteste Gitarrenpedal aller Zeiten und legte damit den Grundstein für tausende von ähnlich gelagerten Overdrive/ Distortion Pedalen. Mit dem Anfang 2023 vorgestellten „Ibanez PTPRE Pentatone Preamp“ hat die Firma nun den wohl flexibelsten und aufwendigsten gearteten Overdrive/ Distortion am Start. Die Bezeichnung „Preamp“ ist meiner Meinung nach für das Teil nicht ganz richtig gewählt, denn cleane Gitarrensounds sind mit ihm nicht zu erzeugen. Wer allerdings seinen verzerrten Gitarrenton bis ins kleinste Detail auf seine Bedürfnisse Zuschneidern möchte, der bekommt hier ein richtig tolles Tool dafür geboten. Das komplett analog ausgeführte Stompbox Pedal, welches mit über einem Kilo recht schwer ausfällt, ist mit Klangverformungmöglichkeiten nur so vollgepackt. Der Preamp bietet fünf individuelle Klangformungssektionen in Form eines Pre-Boost, Distortion mit 2-Band-EQ, Noise-Gate, parametrischem 5-Band-EQ und Post-Boost. Dazu kommen noch ein einen Bright-Schalter, der die Höhen durch Anhebung des Hochtonbereichs verstärkt. Die beiden integrierten Fußschalter steuern die Preamp-Bypass- und Post-Boost-Funktionen. Auf der Rückseite kann ein weiterer externer Fußschalter dazu noch den Pre-Boost und den parametrischen 5-Band-EQ schalten, wenn man dieses möchte.

Der Gain Bereich ist sehr stark und cleane Sounds sind selbst bei total runtergeregelten Gain nicht möglich. Auch angezerrtes klingt nicht besonders, spannend wird das Pedal erst bei hohen Zerr Graden. Durch die zahlreichen EQ- Möglichkeiten kann man wirklich alle Paletten moderner High Gain Sounds abdecken. Die dadurch entstehenden Nebengeräusche macht das feinfühlige, integrierte Noise Gate direkt zur Nebensache und grade bei schnellen Staccato Riffing reagiert es perfekt. Das Pedal kommt am besten zur Wirkung, wenn man es mit einer Röhrenentstufe verwendet, dann bekommt man mit ein wenig durchprobieren einen durchsetzungsfähigen und Mörder fetten Modern Metal Sound hin. Das ist wohl auch die Stärke dieses Teils, für Hardrock oder moderate Rocksounds gibt es allerdings bessere Alternativen. Für 249 Euro Ladenpreis bekommt man hier auf jeden Fall eine Menge für sein Geld geboten. Am besten selber testen und sich dabei viel Zeit lassen, durch die zahlreichen Möglichkeiten kann es durchaus etwas dauern bis man seinen Sound damit gefunden hat.














