In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen und Bassisten. Welches sind ihre Lieblingsgitarren/ Bässe und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Chris und Denis von der Band „Indecent Behavior“

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Hi, ich bin Chris – Gitarrist und Produzent der Band Indecent Behavior! Ich habe mit 11 Jahren angefangen, E-Bass zu spielen, bin aber schon ein Jahr später auf die E-Gitarre umgestiegen – und habe mir dann über Jahre hinweg alles selbst beigebracht. Meine erste eigene E-Gitarre werde ich nie vergessen: eine weiße Ibanez RG350 mit Floyd Rose. Für mich damals ein Traum von einem Instrument. Zuvor hatte ich auf einer uralten Akustikgitarre von Freunden versucht, Rock- und Metal-Songs nachzuspielen. Als ich dann endlich eine richtig gute Gitarre in den Händen hielt, war das einfach etwas magisches.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Meine Einflüsse sind ziemlich breit gefächert – von den großen Klassikern der Rock- und Metal-Welt bis zu den Metalcore-Bands der späten 2000er wie beispielsweise As Blood Runs Black, As I Lay Dying und August Burns Red. Gerade für Lead-Gitarre und Solos waren es aber ohne Frage Helden wie Steve Vai, Paul Gilbert, Joe Satriani oder John Petrucci.

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Weniger, als man vielleicht denkt: Aktuell nur drei E-Gitarren, dazu ein Bass, eine Konzert- und eine Westerngitarre. Meine Hauptgitarre ist eine LTD MH-1000 mit Evertune-System – absolut zuverlässig auf der Bühne und im Studio. Als Backup nutze ich eine VGS, ebenfalls mit Evertune. Und dann gibt’s noch eine Ibanez 7-Saiter, die ich vor allem für Aufnahmen und außerhalb der Band einsetze. Früher hatte ich bestimmt zehn verschiedene Modelle, aber seitdem das Evertune-System aufkam, habe ich mein Setup stark reduziert. LTD war damals der einzige Hersteller mit einer Seriengitarre inklusive Evertune – und seitdem habe ich nicht mehr viel ausgewechselt.

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Für mich steht die Bespielbarkeit an erster Stelle. Ein perfekt verarbeitetes Griffbrett, keine scharfen Kanten oder störenden Übergänge – einfach ein Instrument, das man stundenlang spielen kann, ohne dass es anstrengend wird. Klanglich und technisch bin ich gerade sehr zufrieden, aber ich liebe es, neue Instrumente auszuprobieren. Gerade im letzten Jahr wird der Wunsch immer stärker mal wieder umzustellen!

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Ich war schon immer fasziniert von den Möglichkeiten moderner Modeler. In den letzten Jahren ist die Qualität so stark gestiegen, dass ich mich ganz klar beim Team Modeler positioniere. Trotzdem hat ein Röhrenamp auf einer 412er etwas Unvergleichliches.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Überwiegend meine LTD, aber auch die beiden anderen Gitarren haben ihren Platz gefunden. Amp-seitig war es eine Mischung aus Kemper und VST-Plugins. Einen echten Röhrenamp haben wir diesmal nicht verwendet – alles ging komplett digital durch.

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Vermutlich keine meiner jetzigen Gitarren – auch wenn ich sie alle liebe. Das Evertune-System ist für meine Arbeit im Studio und für Liveshows mit viel Bewegung perfekt. Wenn ich mich aber auf ein Modell festlegen müsste, würde ich wahrscheinlich eine Gitarre mit Floyd Rose oder einem ähnlichen Tremolosystem wählen – etwas, das mir noch mehr spielerische Freiheit gibt und jede Nuance kompromisslos überträgt.

Wann hast du mit dem Bass spielen angefangen und kannst du dich noch an deinen ersten Bass erinnern?

Ich bin Denis, Bassist von Indecent Behavior. Vor sechs Jahren habe ich den Bass zum ersten Mal in die Hand genommen – vorher war ich Gitarrist. Mein erster Bass war ein ESP LTD Surveyor ’87 Black – komplett schwarz und mein Bass-Einstieg. Ich weiß noch, wie ich ihn das erste Mal eingestöpselt habe und sofort dachte: Okay, das ist wirklich eine eigene Welt. Mich hat von Anfang an einfach die Power, der Druck und die Wucht fasziniert, die in diesem Instrument stecken.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Bassisten sind deine
Favoriten?

Ich bin mit Pop-Punk, Punkrock und ein wenig Metal groß geworden – Blink-182, Green Day, NOFX … Mark Hoppus hat mir gezeigt, wie man Basslinien schreibt, die simpel klingen, aber melodisch sind und den Song tragen. Mike Dirnt liebe ich für seinen knalligen Ton. Früher habe ich aber leider noch nicht so bewusst auf den Bass geachtet, sondern eher auf die Gitarren. Bassisten prägen die Stile ihrer Bands oft, ohne, dass es sofort bemerkt wird. Mir ist erst viel später klar geworden, welchen Anteil die Bassisten an einem charakteristischen Sound ihrer Bands haben. Aber bei beispielsweise Rage against the Machine, die mich auch sehr geprägt haben, sind sowohl Gitarre von Tom Morello als auch Bass von Tim Commerford sehr besonderes und beide fast gleich präsent – und zu der Zeit, als die erste Platte erschienen ist, 1991, etwas ganz Neues für mich, das mich bis heute fasziniert.

Wie viele Bässe besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Aktuell spiele ich vor allem meinen Fender Jazz Bass. Der hat genau den Sweet Spot zwischen Klarheit, Punch und Wärme. Live ist er absolut zuverlässig, und im Studio setzt er sich ohne Stress durch. Zum Üben für zu Hause, wenn das Bühnen-Equipment eingelagert ist, habe ich noch einen Squier Jazz Bass und der ESP LTD Surveyor ist der Ersatzbass. Ich besitze aber auch noch drei Gitarren, zwei Gibson Les Paul, eine Studio in Rot und eine New Century mit verspiegelter Front und eine schwarze Fender Stratocaster.

Was meinst du macht den perfekten Bass oder Verstärker aus?

Für mich muss ein perfekter Bass komfortabel spielbar sein, einen definierten Ton haben und sich ohne große Anpassungen in jedem Mix durchsetzen können. Beim Amp mag ich es, wenn er warm klingt, aber genug Attack hat, um sich gegen Gitarrenwände zu behaupten. Mein Darkglass Microtubes B7K Ultra ist für mich das Sahnehäubchen und gibt mir genau die richtige Portion Dreck und Aggressivität, ohne den Grundton zu verlieren.

Welche Bässe und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Für die Aufnahmen habe ich meinen Fender Jazz Bass über mein Darkglass Microtubes B7K Ultra gespielt. So hatten wir den knackigen, leicht angezerrten Pop-Punk-Ton, den wir wollten.

Wenn du nur einen einzigen Bass auswählen dürftest, welchen würdest du nehmen?

Ganz klar: meinen Fender Jazz Bass – egal ob Studio, Bühne oder Probe. Vielleicht bekommt er aber auch noch Gesellschaft von einem Fender Precision Bass 😉

Indecent Behavior | Official Website

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