In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen und Bassisten. Welches sind ihre Lieblingsgitarren/ Bässe und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Toby Austin Breitenbach (Gitarre) & Pogo (Bass) von der Band POWER STATE.

POWER STATE – Toby Austin Breitenbach (guitar)

Wann hast du mit dem Gitarre spielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Als ich 12 Jahre alt war wollten mein bester Freund und ich eine Band gründen. Er spielte Schlagzeug und ich griff zur Gitarre. Meine erste eigene Gitarre war eine blaue Vester Stratocaster und passend dazu hatte ich einen 10W Transistor-Verstärker von Coron. Es hatte gerade mal für mein Zimmer gereicht, aber das hielt uns nicht ab trotzdem eine Band zu starten. Zwei Jahre später kaufte ich mir dann die N2 von Wahsburn (Nuno Bettencourt Signature) und einen Marshall Combo mit 50 Watt. Dann ging es richtig los.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?

Weder die Vester, noch die N2 ist noch in meinem Besitz. Ich hatte die Vester mit 17 einmal verkauft und mit 20 tatsächlich zurückgekauft. Vor ein paar Jahren nahm ich sie noch einmal auseinander und verbaute Teile davon in eine kleine Parts-Caster, die ich immer noch spiele. Eine N2 hatte ich auch noch einmal, nachdem ich bestimmt 10 Jahre keine hatte, tauschte diese aber auch relativ schnell wieder ein.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?

Meine großen musikalischen Einflüsse waren in meiner Jugend vor allem Slash und Nuno Bettencourt oder Dimebag Darrell. Die Gitarristen, der Bands, die ich hoch und runter hörte. Auch heute zählen sie zu meinen großen Favoriten im Rockbereich. Allerdings bin ich heute vor allem an Songwriting interessiert und habe ein breites Spektrum an musikalischen Einflüssen, allen voran Rock, Metal und Country.

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Ich halte meine Gitarren-Sammlung recht klein, mit 5 E-Gitarren und 3 Akustik-Gitarren. Ich habe eine Gibson Les Paul Studio aus 1995, eine Gibson Flying V aus 2005, eine Petrek Surfcaster aus 1996, eine Fender Telecaster aus 1999 und eine weiße Parts-Caster, mit Teilen aus den letzten vier Jahrzehnten. Meine Favoritin ist die Paula. Sie hat mit 4,5kg zwar ein ordentliches Gewicht, sie liegt aber einfach immer gut in der Hand.

Was meinst du macht die perfekte Gitarre oder Verstärker aus?

Je nach Anlass oder Einsatz sind in meinen Augen ganz unterschiedliche Gitarren perfekt. Worauf ich aber immer achte ist, dass ich dem Ton beim Spielen nicht „hinterher laufe“. Man spürt schon beim trockenen Spielen, ob eine Gitarre ihren Part erfüllt oder ob es Arbeit wird. Für mich ist die Saitenlage wichtig. Nicht zu hoch und nicht zu tief, mit einem Satz 10.-52.er Saiten. Mein Amp darf nicht zu sumpfig und süffig sein. Für mich muss er in den Höhen und in den Bässen aufgeräumt sein. Zu heavy ist nichts für mich und zu viele Pedale auch nicht, um ihn zu verzerren. Marshalls sind immer noch meine Go-to-amps.

Was denkst du über die Frage Röhrenamp oder Modeler?

Ich finde beides wichtig. Ich stehe auf Röhrenamps im Studio. Ich probiere gern immer wieder von Neuem aus, welcher Amp gut zu dem jeweiligen Song passt. Hier schraube ich gern, bis wir das Gefühl haben, den passenden Ton zu haben. Modeler finde ich vor allem live absolut legitim. Ich selbst spiele live einen Kemper und nutze dort unter anderem Amps, die ich im Studio genutzt habe.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Je nach Song kann es vorkommen, dass ich für eine Platte 3-5 unterschiedliche Gitarren nutze. Gleichzeitig ist die meistbenutzte Gitarre aber meine Les Paul. Sie passt eben doch für den Großteil der Riffs und Soli perfekt, auch wenn ich für einzelne Teile hier und da auf andere Modelle ausweiche. Bei den Amps ist es ähnlich. Vom Rectifier bis zum Plexi kann im Studio alles zum Einsatz kommen. Ich hatte sogar einmal einen kleinen Marshall Origin 20W eingebaut. Aber auch hier ist der meistbenutzte Amp mein Marshall JCM2000 DSL50 aus 2005. Er hat sich für den Großteil der Riffs und vor allem in der Kombi mit der Les Paul immer wieder beim Shootout durchgesetzt. Viele mögen den Amp nicht, but I don’t care. 😉

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?

Ich glaube an dieser Stelle ist klar, dass ich auf Les Paul stehe. 😉

 

POWER STATE – Pogo (bass)

Wann hast du mit dem Bass spielen angefangen und kannst du dich noch an deinen ersten Bass erinnern?

Ich habe mit etwa 13 Jahren mit dem Bass spielen angefangen. Meinen ersten Bass habe ich von jemandem gekauft, der ihn selbst gebaut hat. Eigentlich war es nur ein klobiger Holzblock mit einem Hals und Saiten. Es war ein Headless-Bass und er war an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Aber er hatte Charakter. Als ich das mit dem Bass spielen dann richtig angegangen bin, habe ich mir meinen ersten professionellen Bass gekauft: Einen Music Man Stingray 4 in Translucent Teal.

Ist diese Bass noch in deinem Besitz?

Den Headless-Holzblock habe ich nicht mehr. Der hat sich mittlerweile vermutlich schon selbst kompostiert. Mit dem Stingray 4 habe ich noch ein letztes Abenteuer erlebt, als ich mit ihm 2006 meine Abschlussprüfung an der Popakademie in Mannheim gespielt habe. Danach habe ich ihn verkauft, um mir einen Stingray 5 mit zwei Humbuckern zu kaufen, der bis heute mein Hauptbass ist.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Bassisten sind deine
Favoriten?

Ich habe das Bass spielen autodidaktisch gelernt. In erster Linie, indem ich mir angeschaut habe, was Mike Dirnt von Green Day so am Bass macht. Er war also ganz sicher ein großer Einfluss für mich. Wenn es darum geht, welche Rollen der Bass im Bandkontext hat, hat mich John Paul Jones von Led Zeppelin auf jeden Fall sehr früh beeinflusst und inspiriert. Beide gehören zu meinen Bassisten-Favoriten, genau wie Doug Pinnick von King’s X, Billy Sheehan, vor allem bei The Winery Dogs, und Victor Wooten.

Wie viele Bässe besitzt du und welche sind deine Favoriten?

Ich bin ein großer Fan von Music Man Bässen, vor allem von der Stingray-Serie.
Mein Hauptbass ist ein Music Man Stingray 5 HH in Sapphire Black mit einem Custom Pickguard von Alperious Design. Außerdem besitze ich einen Sterling by Music Man 5-String, einen Yamaha BBP35, einen ESP LTD B205SM Fretless, einen Harley Benton DB02 Kontrabass und eine Kala U-Bass Journeyman Bass-Ukulele. Außerdem noch eine Novation Bass Station II, wenn man das dazuzählen mag.

Was meinst du macht den perfekten Bass oder Verstärker aus?

Ich war schon immer als Freelance-Bassist unterwegs. Deswegen ist es mir wichtig, dass mein Bass in vielen unterschiedlichen Musikstilen gut funktioniert. Der Stingray hat Charakter, kann sich aber auch überall gut einfügen. Dazu sind seine Mechaniken sehr stimmfest, was ich auch sehr mag. Mir ist auch die Optik von meinem Instrument wichtig. Man möchte sich auf der Bühne ja auch wohlfühlen. Der perfekte Verstärker veredelt ein gutes Signal mit etwas mehr Wärme, etwas mehr Dynamik. Im Kontext einer 3-Mann-Rockband bin ich ein großer Freund von Bi-Amping: Das Low-End leicht komprimiert und clean, das High-End leicht angezerrt und unkomprimiert.

Welche Bässe und Amps benutzt du für Aufnahmen?

Für die Aufnahmen unseres aktuellen Albums habe ich größtenteils mein Live-Setup auch im Studio benutzt. Also meinen Stingray 5 über einen Tech21 DP-3X Preamp. Für drei Songs habe ich meinen Yamaha BBP35 und einen Ampeg SCR DI Preamp benutzt. In der Regel nehmen wir beim Aufnehmen aber auch noch das unbearbeitete Signal vom Bass mit auf, um im Nachhinein flexibel sein zu können, wenn wir etwas ändern wollen.

Wenn du nur einen einzigen Bass auswählen dürftest, welchen würdest du nehmen?

Es wäre sicher ein Music Man. Ich finde den DarkRay 5 sehr interessant. Der wäre auch sehr flexibel, was natürlich von Vorteil ist, wenn man nur noch einen einzigen Bass spielen dürfte.

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