Guitar/ Bass Special Vol.182 mit Malte Frederik Burkert (Victory, David Reece Band)

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen oder Bassisten. Welches sind ihre Lieblingsgitarren oder Bässe und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Malte Frederik Burkert (Victory, David Reece Band).

Auch wenn es in dieser Serie um DAS eine Lieblingsinstrument geht, möchte ich direkt zu Beginn eine Unterscheidung zwischen Studio- und Live-Instrument machen. Mein Lieblingsinstrument ist definitiv mein 1994er Spector NS-4 aus tschechischer Fertigung – damals lief dieser noch unter der Bezeichnung ,limited‘. Ich habe sehr lange auf diesen Bass gespart und ihn mir dann zu meinem 18. Geburtstag gegönnt. Allerdings zu einem etwas günstigerem Preis, da die Kopfplatte einen Lackfehler hatte, was ihn allerdings noch individueller macht. Seit je her begleitet er mich quasi durch mein komplettes Musikerdasein und ist auf fast allen Platten, auf denen ich mitgewirkt habe, zu hören. Insbesondere bei den neuen Scheiben von Victory „Gods of Tomorrow“ und „Blacklist Utopia“ von David Reece, hat er sich wieder einmal bewährt und genau das geliefert, was wir gewollt haben. Der Bass hat eine hervorragende Verarbeitung, was die frühen tschechischen Fertigungen auszeichnete. Meines Erachtens kann diese Qualität der Produktion heute gar nicht mehr erreicht werden. Er besitzt Schallermechaniken und aktive EMG’s in klassischer PJ Manier. Früher kam er viel bei Live-Gigs zum Einsatz, heute verwende ich ihn meist nur noch zu Hause zum Songwriten oder eben zum Recording. Ganz egal welche Bässe ich mit ins Studio nehme, die Wahl fällt fast immer auf den Spector. Es lässt sich nahezu alles mit ihm machen – verschiedene Stimmungen, Saitenstärken, Amps und Settings – er frisst einfach alles! Außerdem hat er diesen straffen, glockenartigen Ton und der durchgehende Hals holt ein volles Sustain raus!

Ich spiele überwiegend mit Plektrum und stehe daher grundsätzlich auf einen klar definierten Ton, was manchmal tricky sein kann, wenn man untenrum nicht an power verlieren möchte. Auf den aktuellen Releases ist dies wieder super gelungen! Mein Tipp an alle Bassisten: Benutzt ein eher dickes Pick und bloß kein Nylon! Und ganz wichtig, wechselt die Dinger häufig. Das macht einen riesigen Unterschied vom Sound her! Der Spector ist mittlerweile also mein Studio-Instrument und wurde schon länger nicht mehr auf Live-Gigs mitgenommen. Das liegt überwiegend daran, dass er für mich nach all den Jahren einen emotionalen Wert hat und ich nicht möchte nicht, dass er verloren oder auf seine alten Tage noch zu Bruch geht.

Was meine Live-Instrumente angeht, habe ich in den letzten Jahren viele Precis gespielt, zumeist für Ian Paice. Sie sorgen für einen klassischen kernigen Rocksound, sind absolut stimmstabil, auf Tour quasi unkaputtbar und man muss sich, da passiv, auch nicht um einen Batteriewechsel kümmern.

Seitdem ich mit David Reece spiele, kommen vermehrt Jackson Concert Bässe zum Einsatz. Sie besitzen die klassischen Preci Merkmale, sind jedoch durch Inlays und den Headstock vom Look her seit jeher der Innbegriff für DEN Metal-Bass! Die aktive Elektronik ist ebenfalls ein Plus für das Genre. Was die Jackson-Bässe anbelangt bin ich vor allem beeindruckt von der tollen Qualität in diesem eher niedrigen Preissegment.

Die indonesische Fertigung ist im Prinzip ab Werk sensationell in Schuss. Ich habe mit David Reece die komplette Europatour im Vorprogramm von UDO gespielt und alle Gigs mit einem 400€ Jackson aus dem Jahre 2011 bestritten. Unabhängig von den Venues, hat der Sound immer überzeugt! Viele Menschen erwarten, dass Profimusiker mit wahnsinnig teuren Instrumenten auf die Bühne gehen. Ich finde es herrlich, genau das Gegenteil zu machen! Gute Instrumente müssen eben nicht immer unheimlich teuer sein! Meines Erachtens kommt der Sound zum Großteil doch eh aus den eigenen Fingern. Da ich mit dem Jackson-Bass also immer rundum zufrieden war, bin ich nun sehr glücklich darüber, dass ich durch mein Engagement bei Victory ein Endorsement von Jackson landen konnte!

Aktuell spiele ich einen Concert Bass CBX IV, welcher sozusagen das Highend-Model der indonesichen Fertigung darstellt und neben den aktiven EMG’s eben auch einen durchgehenden, schlanken Hals besitzt, welcher vom Spielgefühl gar nicht so weit von meinem Spector entfernt ist! Ich konnte ihn kürzlich bei meinen ersten Gigs mit Victory einsetzen und es fühlte sich so an, als würde ich ihn schon ewig spielen! Er wird auf der anstehenden Tour sicherlich einen guten Job machen!

https://www.facebook.com/malte.frederik

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