Am 27.07.2018 spielte die legendäre US Heavy Metal Band „Riot V“ ein umjubeltes Konzert im Kultopia Hagen. Ihre aktuelle CD „Amour of Light“ (10 von 10 Punkten hier bei darkstars.de) galt es zu promoten. Vor dem Gig hatte ich die Gelegenheit zu einem Interview mit Sänger Todd Michael Hall, Gitarrist Mike Flyntz und Bassist Donnie Van Stavern. Die sympathischen Jungs waren trotz leichten Jetlags und Problemen beim Soundcheck am Nachmittag in bester Laune und hatten einiges zu berichten. Hier nun das Interview, Bilder vom Gig findet ihr bei darkstars.de unter Impressionen.

Chris:
Todd, wie hat es mit der Musik für dich angefangen und wie bist du zum Heavy Metal gekommen?

Todd:
Ich habe schon in frühester Kindheit angefangen zu singen und in den späten 70ern hörte ich Melodicrock Bands wie Styx oder REO Speedwagon. Anfang der 80er brachte mich mein älterer Bruder auf härtere Bands wie Van Halen oder Ted Nugent. Später kamen dann Queensryche oder Iron Maiden dazu. Das war genau mein Ding und ich beschloss selber Heavy Metal Sänger zu werden.

Chris:
Wie bist du zu Riot V gestoßen?

Todd:
Bart Gabriel, der Besitzer von Skol Records produzierte damals die CD „Land of the Dead“ von Burning Starr, auf der ich als Sänger zu hören bin. 2013 spielten wir mit Burning Starr auf einem Festival. Dort traf ich Bart Gabriel wieder und er informierte mich das Riot V einen neuen Sänger suchen. Donnie hatte Bart zuvor nach einem Tipp für einen geeigneten Sänger gefragt und so kam der Kontakt zu Stande.

Chris:
Todd, du singst sehr kraftvoll und hoch. Was machst du um deine Stimme in Form zu halten?

Todd:
Ich versuche ein gesundes Leben zu führen und mache auch viel Sport. Live teile ich mir meine Kräfte ein und singe mit etwas weniger Kraft als im Studio, wo man nach jedem Song Pausen machen kann. Live singt man teilweise über 20 Songs am Stück, da muss man sich die Kräfte schon einteilen.

Chris:
Fühlt du einen gewissen Druck die Songs deiner Vorgänger bei Riot zu performen.

Todd:
Nein, keinen Druck. Ich versuche die Songs so originalgetreu wie möglich rüber zu bringen. Ich halte nichts davon Songs zu verändern, da ich glaube dass die Originale so wie sie sind am besten funktionieren. Ich versuche den Songs gerecht zu werden und gebe mein bestes.

Chris:
Wie sind die Reaktionen auf eure neue CD „Armor of Light“

Mike:
Wunderbar, das Album bekam überall gute Kritiken und man hört nur gutes. Wir waren etwas unter Druck, jedermann schien das Vorgänger Album „Unleash the Fire“ zu lieben und wir wollten einen starken Nachfolger präsentieren. Aber es scheint gelungen, wir haben es sogar auf Platz 23 der deutschen CD Charts geschafft.

Chris:
Wer ist für das Songwriting auf „Armor of Light“ zuständig gewesen?

Donnie:
Das waren zum größten Teil Mike und ich. Wir haben unsere verschiedenen Einflüsse genutzt um die Platte abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Diesmal ging es vom Songwriting zurück in die „Thundersteel“ (legendäres Riot Album von 1988) Richtung. „Unleash the Fire“ war ein Tribut an Mark Reale (2012 verstorbener Gründer und Gitarrist von Riot) und wir wollten dort alle verschiedenen Riot Richtungen abbilden. Unsere neue Plattenfirma Nuclear Blast brachte uns dazu wieder die harte, speedige Variante von Riot zum Vorschein zu bringen. „Thundersteel“ war besonders in Deutschland sehr erfolgreich und die deutschen Fans lieben diese Art von Songs. Wir sind jedenfalls sehr stolz auf das neue Album.

Mike:
Mit Donnie in der Band kommt die Powermetal Variante von Riot besonders zum Vorschein. Mark Reale hat früher die Songs immer so geschrieben das sie perfekt zum jeweiligen Sänger passten, so war die Phase mit Mike Dimeo eher hardrockig und bluesiger. Todd geht mehr in die Richtung von Tony Moore („Thundersteel“Sänger) und so sind dann auch die Songs eher Powermetal artig.

Chris:
Wie ist der Status der Band in den USA. In Deutschland und Japan seid ihr ja sehr erfolgreich.

Mike:
In den USA ist unsere Art von Heavy Metal eher Underground. In Japan sind wir immer noch sehr angesagt, es ist unser wichtigster Markt. In Deutschland gibt es die besten Festivals für Heavy Metal. Das ist in den USA leider nicht so. Wir freuen uns schon besonders auf das Wacken Festival und einige andere. Im Oktober gehen wir in Deutschland auf Tour mit „Primal Fear“. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Chris:
Die Musikindustrie hat sich sehr verändert. Die Plattenverkäufe sind stark rückläufig und durch das Internet mit den ganzen Streams usw hat sich vieles verändert. Könnt ihr heutzutage noch von der Musik leben?

Donnie:
Nein, nicht mal annähernd. Es ist eher unser Hobby. Wir haben reiche Frauen, die für uns sorgen (lautes Gelächter).

Chris:
Was erwartet uns heute Abend?

Todd:
Es wird eine sehr lange Show mit 22 Songs auf der Setlist. Wir spielen Songs aus allen Phasen der Band und es wird heiß und laut.

Chris:
Vielen Dank und viel Erfolg mit der Show nachher. (Bilder des Konzertes findet ihr hier auf darkstars.de)


Foto und Text: Chris Strieder

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