Eric Fish kennen die meisten als den Sänger von Subway To Sally. Die Band ist seit 1991 fester Bestandteil der deutschen Rockszene. Da für 2018 kein neues Album von Subway To Sally ansteht (dieses ist für Anfang 2019 geplant) nutz Eric die Zeit um mit der Band „Bannkreis“ ein neues (Neben) Projekt an den Start zu bringen. Neben Eric besteht Bannkreis aus der Sängerin Johanna Krins und den Subway To Sally Mitstreitern Ingo Hampf, Bodenski und Simon Michael. Am 16.03.18 erschien das Debüt Album der Band Sakrament (siehe Review hier bei darkstars.de) und für den Herbst ist eine große Tournee in Planung. Was Eric zu Bannkreis, kommenden Konzerten und auch Subway To Sally zu berichten hat, erzählte er mir in einem Telefon Interview am 09.04.2018.

Chris:
Wie kam es zu der Idee mit Bannkreis ein weiteres Projekt ins Leben zu rufen und wie bist du auf Johanna Krins gestoßen? Du hast ja neben Subway To Sally auch noch dein Solo Programm und bist bestimmt nicht unterfordert.
Eric:
Die Frage bekomme ich oft gestellt, aber ich bin ja immer auf der Suche nach spannenden Dingen. Ich habe zum Beispiel vor einem Jahr angefangen zu malen, hatte Ausstellungen und Solo Konzerte. Alles so zwischendurch. Nicht weil mir der Tag zu lang wird sondern weil ich mich immer wieder selbst überraschen möchte. Ich halte ständig die Augen nach schicksalsbestimmenden Ereignissen auf. Ein solches war als ich Johanna kennen lernte. Erst entwickelte sich eine Freundschaft, dann sang sie ein paarmal bei meinen Solo Konzerten. Ich habe gleich gewusst das sie eine Musikerin ist die etwas ganz besonderes hat. Sie ist Vollblutmusikerin und mit einer herausragenden Stimme gesegnet. Vor ein paar Jahren hatte ich ein kleines Kreativloch und habe dann in dieser Zeit für sie, aber auch für mich ein Folk Album mit englischen Texten geschrieben. Weil mir zu dieser Zeit nichts besonderes einfiel, habe ich mich hingesetzt und 12 Folk Songs geschrieben und aufgenommen. Unsere Stimmen klangen super zusammen und ich wollte dann schauen was die Plattenfirmen dazu sagen. Alle Label hatten direkt Interesse und hörten das da was ganz besonderes entsteht. Universal Records hat dann den Zuschlag bekommen und los ging es. Ich hatte einfach Bock drauf. Subway To Sally macht mir immer noch totalen Spaß, mehr denn je, wir ruhen in uns selbst und sind nicht mehr so ehrgeizig und viel gelassener. Es ist immer noch toll mit der Band Songs zu schreiben und auch grade sind wir dabei die Ideen für unser neues Album zu sammeln. Mit Bannkreis ist es spannend, mit Anfang 50 und einer Major Kompanie im Rücken ,noch einmal etwas neues zu starten. Es bieten sich neue Wege wie TV Auftritte oder ähnliches. Drei Wochen nach dem Release des Albums hören wir von allen Seiten nur positives.
Chris:
Ist Bannkreis eine einmalige Sache oder planst du die Zukunft mit beiden Bands und deinen Solo Projekten?
Eric:
Ich plane mit allen meinen Projekten für die Zukunft. Da wir alle das gleiche Management haben können wir die Termine gut koordinieren. Manchmal könnte es schwierig werden, aber nix was man nicht lösen könnte. Im Oktober steht die Tour mit Bannkreis an, davor vereinzelt Festivals mit Subway To Sally oder Solo Sachen. Die nächste große Subway To Sally Tour ist für 2019 in Planung.
Chris:
Wie kam es dazu weitere Subway To Sally Musiker ins Boot zu holen?
Eric:
Das war nicht so geplant. Auch der Name Bannkreis sollte kein Verweis auf ein altes Album von Subway To Sally sein. Am Anfang waren ja nur Johanna und ich geplant. Als es dann darum ging mit welchen Musikern wir es angehen kam ich dann schnell auf meine Subway To Sally Mitstreiter. Ich wollte einfach Menschen die ich mag und die auch musikalisch die Besten für diese Musik sind.
Chris:
Hattest du keine Angst das es die Subway To Sally Fans irritieren könnte? Wenn man auf das Cover blickt könnte man den Eindruck bekommen eine neue Subway To Sally Scheibe in Händen zu halten.
Eric:
Aber nicht mit Johanna in der Mitte (lacht). Außerdem bewegen sich die Songs in einem anderen Universum. Es gibt zum Beispiel keine E-Gitarren auf dem Album und alles ist sehr viel ruhiger gehalten. Eine Subway To Sally Platte bewegt sich immer in dem ureigenen Universum der Band mit unseren Trademarks. Unserer DNA. Bei Bannkreis konnte ich vollkommen unbedarft rangehen und auch Sachen, die bei Subway To Sally nicht funktionieren würden umsetzen. Da gibt es dann auch mal eine Ballade die bei Subway To Sally aus demokratischen Gründen nicht zum Zuge kam. Ich selber hatte keine Angst, je mehr sich das Album entwickelte umso mehr wusste ich das dass was wir da machen etwas ganz großes wird. Es klingt mächtig und mit riesigen Melodien. Etwas, was ich bei vielen anderen Bands heutzutage vergeblich suche. Es sind Refrains die sofort ins Hirn gehen und die man mitsingen kann. Das alles in einen neuen Rahmen. Wir können Leute erreichen die mit Subway To Sally aufgrund der Härte eventuell nicht so viel anfangen können. Natürlich hat auch Bannkreis Power, aber es soll schon Massen kompatibler sein.

Chris:
Was erwartet uns auf der kommenden Tournee, welche weiteren Musiker werden dabei sein und wie wird das Programm aussehen? Werdet ihr nur neue Bannkreis Songs spielen oder welche Überraschungen wird die Setlist bereithalten?
Eric:
Überraschung ist Bannkreis an sich. Eine schöne romantische Bühnenshow und Gastmusiker wie Till Uhlmann an Geige und Drehleier und Thomas Geiger an Bass und Cello. Mal wieder werden sieben Leute auf der Bühne sein. Bis dahin gibt es die Platte ja schon eine Zeit und das Publikum wird die Songs kennen.
Chris:
Was steht bei Subway To Sally so an und in welche Richtung wird die geplante neue Platte für 2019 gehen?
Eric:
Subway To Sally sind ja immer für Überraschungen gut und so wird es auch diesmal sein. Wir sind am Anfang der Produktion und 7 bis 8 Songs sind auch schon in der Vorproduktion. Es wird gnadenlos geil und es wird sich massiv von Bannkreis unterscheiden. Das steht schon mal fest. Aber lasst euch einfach überraschen.
Chris:
Was hörst du privat für Musik und welche Bands oder Künstler können dich begeistern?
Eric:
Ich muss zugeben, auch wenn es sich komisch anhört, dass ich nur noch wenig Musik konsumiere. Wenn ich neue Alben von Leuten die ich kenne anhöre bin ich nur noch selten begeistert. Ich bin ein Mensch der so viel mit eigener Musik beschäftigt ist, das ich zum Ausgleich Dinge mit Stille, Ruhe & Natur brauche. Tägliches wie rasenmähen oder angeln muss nicht zwingend mit Musik begleitet werden. Es gibt aber schon noch Musiker die mich begeistern, wie zum Beispiel ASP, der auch lyrisch viel zu bieten hat. Etwas was auch viel vernachlässigt wird heutzutage. Ansonsten werde ich mir nächste Woche auf der Metal Cruise auch mal wieder ein paar Metal Bands anschauen und gucken was es da so gibt.
Chris:
Gibt es außer der Musik für dich noch Zeit für andere Dinge und wie sieht ein typischer Tagesablauf für dich aus wenn du grade mal nicht auf Konzertreisen bist?
Eric:
Kommt drauf an, der Kalender ist dieses Jahr wieder randvoll. Freitag ist der erste Subway To Sally Gig und wir sind mitten in den Proben. Es bleibt nicht viel Zeit da ich mich ja auch im eigenen Studio vorbereite. Ansonsten mache ich Büro Arbeiten oder so was wie Ausstellungen meiner Bilder. Wenn ich mal tatsächlich nichts zu tun habe stehe ich trotzdem sehr früh auf und bastel am Haus oder fahre mit meinem Schlauchboot über den See. Aber meistens liegt immer irgendetwas an mit den Musik Projekten. Da muss immer viel erledigt werden und es bleibt wenig Zeit für die normalen Dinge des Lebens. Diese Zeit muss man sich ab und an dann einfach mal nehmen.
Chris:
Vielen Dank für das tolle Gespräch und viel Erfolg mit Bannkreis und natürlich auch Subway To Sally.

Photocredits:Pressefotos

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