Anyone’s Daughter Danger World Deluxe 2 CD Out Now

  • Nach 15 Jahren Pause erreichten uns 2001 mit einer gewaltigen Wucht, neun neue Songs

    von Anyone’s Daughter.
    Irgendwie bietet ‚Danger World‘ zwar nicht der Prog-Rock der alten Tage, aber eine
    reichhaltige Schale voll kräftiger und großartiger Songs. Mehr AOR oder Stadion Rock sind
    diese Perlen, wie das treibende „Good Gone Bad“, der Titelsong „Danger World“, den man
    als Öko-Song interpretieren könnte, angereichert mit einem außergewöhnlichem Moog-Solo.
    „I’ll Never Walk That Road Again“ tarnt sich als Soul-Ballade, könnte am Ende aber auch
    wieder als Prog-Song durchgehen. Richtigen Prog-Rock gibt es dann noch mal mit dem Titel
    „Helios“. „The Glory“, „No Return“ und einer der schönsten Rocksongs mit Folkeinschlag
    „Wheel Of Fortune“ runden die neuen Kompositionen ab.
    Während die Musik hauptsächlich aus den Federn von Keyboarder Matthias Ulmer stammt,
    kamen die Texte überwiegend von Michael George Jackson-Clark, ein Musiker der auch
    schon Texte für Michael Jackson lieferte. Aber auch die Stuttgarter Armin Sabol, Zam Helga
    und Conni Becker liefern Inhalte zum Album. Letzteren kennen wir als Texter schon vom
    Anyone’s Daughter Debütalbum Adonis von 1979.
    Um die Jahrtausendwende dachte man vermutlich das reicht noch nicht an großartigen neuen
    Rocksongs, so finden sich auf der CD auch das Remake von „The Sundance of The Haute
    Provance“, eine Ballade vom zweiten Album Anyone’s Daughter (1980) und eine modernere
    Version des großen Anyone’s Daughter Hits „Moria“, ebenfalls in der Originalversion vom
    zweiten Album. Nun ja, der Verweis auf die Vergangenheit muß wohl sein, im Jahre 200,
    keinesfalls aber sollten wir uns dadurch von den großartigen neuen Songs ablenken lassen.
    Mit einem neuen Remaster von Matthias Ulmer feiert DANGER WORLD sein 25-jähriges
    Jubiläum.
    Die CD-Erstauflage erscheint mit einer Bonus-CD. Geboten wird ein Radio
    Konzertmittschnitt vom 12.1.2001 aus der legendären Villa Berg in Stuttgart.
    ANYONE’S DAUGHTER die Bandgeschichte
    Die früheren Jahre:
    Gegründet 1972 von Uwe Karpa und Matthias Ulmer, beide 14 jährig; startet man mit Deep Purple
    Covern als Instrumentalversionen. Da rührt auch der Name her, man nennt sich Anyone’s Daughter
    nach dem gleichnamigen Song von der Deep Purple LP Fireball. 1975 kommt der Sänger und Bassist
    Harald Bareth dazu und ein eigenes Programm wird erarbeitet. Der damalige Schlagzeuger Hans
    (Hansi) Derer wirkt mit Harald Bareth an der Vertonung eines Märchens von Hermann Hesse mit.
    Daraus entsteht das lyrische und romantische Langwerk Piktors Verwandlungen, immer ein
    Höhepunkt der frühen Anyone’s Daughter Konzerte und später ihre erfolgreichste LP.
    Nach dem Schlagzeugwechsel zu Kono Konopik, der von Pancake kommt, nimmt die Kariere Fahrt
    auf. Alle gehen noch zur Schule, aber die Konzerte und der Erfolg häufen sich. Nach dem Abitur 1978
    wird man Profis, die Band kanns ich das leisten, die Konzerte sind gut gebucht und zahlreich. Ein
    erstes Demo wird aufgenommen und im Folgejahr kommt die erste LP „Adonis“. Heute ein Klassiker
    des Progressivrocks aus Deutschland. Eloy, Grobschnitt, Jane, Triumvirat und andere sind
    musikalisch nicht weit weg. Adonis erscheint Anfang 1979 und gleich geht es auf ausgedehnte Tour
    mit Axel Zwingenberger und Alexis Korner im Dreierpack. 1980 folgt eine selbstbetietelte LP die
    mit dem Lied Moria einen echten Radiohit im Südwesten abwirft. Auch heute noch hört man den
    Song bei SWR1 im Programm. Es folgt 1981 Piktors Verwandlungen, die Aufnahme des Stückes,
    das schon seit den frühen Tagen Herzstück der Konzerte ist. Die Plattenfirma erwartet es nicht, die
    Band erwartet es schon – Piktor wird die erfolgreichste Platte für Anyone’s Daughter. Man sprengt den
    Rahmen der bis dahin gültigen Rockmusik. So wie auf diesem Album hat vorher noch niemand Musik
    und Poesie verbunden. 1982 und 1983, in Deutschland hat man sich vom angloamerikanischen
    Vorbild befreit und singt gerne Deutsch. So auch Anyone’s Daughter mit zwei niveauvollen
    deutschsprachigen Platten. Bis hierhin ist man ständig und erfolgreich getourt und hat gut 250
    Konzerte in 5 Jahren gespielt, fast ausschließlich in Süddeutschland und kaum mal nördlicher als
    Frankfurt am Main.
    1983 geht die klassische Besetzung Matthias Ulmer, Uwe Karpa, Harald Bareth und Kono
    Konopik bzw. später Peter Schmidt auseinander, zum Ersatzdienst, ins Medizinstudium oder zu einer
    anderen Band.
    Eine kurze Besetzung mit drei anderen Musikern können Matthias Ulmer und Uwe Karpa
    1985/1986 nicht zum Erfolg führen. Es bleibt bei einer Handvoll Demos und zwei kurzen Touren in
    dieser Zeit.
    Die späteren Jahre:
    Fast 15 Jahre Pause, dann gibt es Anyone’s Daughter in der Besetzung Matthias Ulmer, Uwe Karpa,
    Andrew Carswell, Raoul Walton und Peter Kumpf wieder. Es entsteht das Reunion Album
    DANGER WORLD (s.o.), das 2001 erscheint. Die Musik ist wieder Radiotauglich, vielleicht mehr
    noch als früher und der Progressivrock Anteil wurde runtergefahren. Radio, Fernsehen und Presse
    machen engagiert mit und geben den neuen Anyone’s Daughter ausreichend Aufmerksamkeit. Die
    Band tourt wieder ausführlich, spielt über 60 Konzerte, diesmal auch weiter im Norden und sogar im
    benachbarten Ausland. Es folgt 2002 ein Konzert in Calw, zusammen mit Steppenwolf, um den 125.
    Geburtstag von Hermann Hesse zu feiern. Wieder wird als Herzstück das albumfüllende Stück
    Piktors Verwandlungen aufgeführt. Für die gesprochenen Teile wurde kein geringerer als Heinz-
    Rudolf Kunze engagiert, der diese Aufgabe mit Bravour erfüllt. Diese Aufnahme ist auch auf dem
    2011 erschienen Doppel-Album Calw Live nachzuhören. 2004 sieht das Studioalbum Wrong und
    weite Konzert der fünfköpfigen Rockband.
    Aber auch Unplugged oder Unstripped ist immer noch gefragt und Anyone’s Daugher touren als Trio
    mit reduziertem Instrumentarium erfolgreich durch die Theater und Clubs und hinterlassen offene
    Münder angesichts der Qualität der dargebotenen Songs im Akustikgewand. Das Album TRIO
    TOUR (2006) mit DVD zeugen davon. In dieser Besetzung spielt man bis ins Jahr 2018 hinein.
    Anyone’s Daughter erleben einen weiteren Besetzungswechsel und noch ein weiteres Studioalbum,
    aber die individuellen Interessen der Musiker wandern endgültig weiter. Uwe Karpa lebt in München
    und spielt dort in Jazzbands, Matthias Ulmer ist schon längere Zeit in der Band von Heinz-Rudolf
    Kunze fest involviert und übernimmt inzwischen auch bei Pur live die Arbeit an den Tasten und im
    Studio. Er veröffentlich das deutschsprachige Soloalbum Talisman. Die Coronakrise tun ihr Übriges
    und reduzieren die gemeinsamen Anyone’s Daughter Aktivitäten weiter.
    In 2027 jährt sich der 150 Geburtstag von Hermann Hesse – vielleicht auch für Anyone’s Daughter
    noch mal der Ansporn für eine große Sache? … wir werden sehen. Vorab gilt es 2026, zum 25
    jährigen Jubiläum, das Comeback Album DANGER WORLD neu zu entdecken.
    Discographie
    1979 Adonis
    1980 Anyone’s Daughter
    1981 Piktors Verwandlungen
    1982 In Blau
    1983 Neue Sterne
    1984 Live
    2001 Danger World
    2004 Wrong
    2006 Trio Tour
    2011 Calw Live (mit Heinz-Rudolf Kunze)
    2018 Living The Future
    Besetzungen
    Matthias Ulmer – Keyboards
    Uwe Karpa – Gitarren
    Harald Bareth – Gesang, Bass
    Kono Konopik – Schlagzeug (später: Peter Schmidt)
    Matthias Ulmer – Keyboards
    Uwe Karpa – Gitarren
    Andre Carswell – Gesang
    Raoul Walton – Bass
    Peter Kumpf – Schlagzeug

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....